Ja. Eine Einwilligung nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO ist grundsätzlich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufbar; die bis zum Widerruf erfolgte Verarbeitung bleibt aber rechtmäß...
Wie lange müssen telefonische Einwilligungen zu Post Repair-Umfragen im Kundendatenbanksystem aufbewahrt werden?
Antwort vomDie Aufbewahrungsdauer von telefonischen Einwilligungen zu Post Repair-Umfragen richtet sich in Deutschland nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und ggf. branchenspezifischen Regelungen. **Wesentliche Punkte:** - **Nachweisbarkeit der Einwilligung:** Nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO muss ein Unternehmen jederzeit nachweisen können, dass eine wirksame Einwilligung vorliegt. Das bedeutet, die Einwilligung sollte so lange gespeichert werden, wie sie für den jeweiligen Zweck (z.B. Durchführung und Nachweis der Umfrage) benötigt wird. - **Zweckbindung:** Die Einwilligung darf nur so lange aufbewahrt werden, wie sie für den Zweck der Umfrage und den Nachweis erforderlich ist. Nach Abschluss der Umfrage und Ablauf etwaiger Fristen (z.B. für Beschwerden oder Prüfungen durch Aufsichtsbehörden) sollte die Einwilligung gelöscht werden. - **Verjährungsfristen:** Es empfiehlt sich, die zivilrechtlichen Verjährungsfristen zu berücksichtigen, die in der Regel drei Jahre betragen (§ 195 BGB). In Einzelfällen können längere Fristen gelten, etwa bei möglichen Schadenersatzansprüchen. - **Löschkonzept:** Unternehmen sollten ein Löschkonzept haben, das regelt, wann und wie Einwilligungen gelöscht werden. **Fazit:** Telefonische Einwilligungen zu Post Repair-Umfragen sollten mindestens so lange aufbewahrt werden, wie die Umfrage durchgeführt und deren Rechtmäßigkeit nachgewiesen werden muss – in der Praxis meist bis zu drei Jahre nach Abschluss der Umfrage. Eine längere Aufbewahrung ist nur zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse besteht (z.B. laufende Rechtsstreitigkeiten). **Weitere Informationen:** - [Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe zur Einwilligung nach DSGVO (PDF)](https://www.datenschutzkonferenz-online.de/media/oh/20190405_oh_einwilligung.pdf) - [Art. 7 DSGVO – Bedingungen für die Einwilligung](https://dsgvo-gesetz.de/art-7-dsgvo/) Für eine verbindliche Auskunft empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Datenschutzbeauftragten des Unternehmens.
Verwandte Fragen
Was passiert, wenn die Überwachungskamera des Nachbarn mich und mein Auto mitaufzeichnet?
Wenn die Kamera des Nachbarn dich oder dein Auto außerhalb seines eigenen Grundstücks mitfilmt, ist das in Deutschland meist unzulässig – und du kannst verlangen, dass die Erfass...
Ist Mystery Shopping Auftragsverarbeitung?
Nicht automatisch. Mystery Shopping ist nur dann Auftragsverarbeitung, wenn der Dienstleister personenbezogene Daten ausschließlich weisungsgebunden für dein Unternehmen verarbeitet; bewert...
Sind Laden und Smartphone-Hersteller gemeinsame Verantwortliche, wenn ich im Geschäft Push-Angebote erhalte?
Nicht automatisch. Gemeinsame Verantwortlichkeit liegt nur vor, wenn Laden und Hersteller die konkrete Datenverarbeitung für die Push-Angebote gemeinsam über Zweck und wesentliche Mittel bes...
Darf der Vermieter persönliche Daten von Notfall-Schlüsselinhabern verlangen?
Nein. Der Vermieter darf nicht pauschal „vollständige persönliche Informationen“ über Dritte verlangen, die nur für einen Notfall einen Ersatzschlüssel haben solle...
Kann Fremdpersonal, das über einen Dienstvertrag beim Kunden eingesetzt wird, datenschutzrechtlich als nicht Dritter gelten?
Ja – Fremdpersonal kann datenschutzrechtlich „nicht Dritter“ sein, aber nicht schon deshalb, weil es per Dienstvertrag beim Kunden arbeitet. Entscheidend ist, ob die Personen persone...
Wie entsteht das Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Scheinselbstständigkeit beim Einsatz von Fremdpersonal im Unternehmen?
Das Spannungsfeld ist real: Unternehmen wollen Fremdpersonal datenschutzrechtlich eng steuern, dürfen es aber arbeitsorganisatorisch nicht so einbinden, dass aus dem „Selbstständigen&l...
Hat eine Impfhelferin nur Datenschutzpflicht oder auch gesetzliche Schweigepflicht?
Nein. Eine Impfhelferin hat nicht nur Datenschutzpflicht; sie kann je nach Rolle auch einer gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Impfhelferin“,...
Ist einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen einem Erwachsenen und einer 14-Jährigen rechtlich erlaubt?
Nein. Rechtlich ist das in Deutschland nicht automatisch „kein Problem“: Eine 14‑Jährige ist zwar nicht mehr Kind im Sinn von unter 14, aber Sex mit einem Erwachsenen kann trotzdem st...
Welche Eskalationsinstanzen braucht es bei einer Verfahrensverzeichnisprüfung, wenn das Datenschutzteam den Prozess an einen Rechtsdienstleister ausgelagert hat?
Die Eskalation darf nicht beim externen Rechtsdienstleister enden: Verantwortlich bleibt immer die auslagernde Stelle, deshalb braucht die Verfahrensverzeichnisprüfung mindestens eine fachliche,...