Dürfen externe Freelancer aus Datenschutzgründen an Vorstellungsgesprächen teilnehmen, wenn ein zukünftiges Zusammenarbeiten mit dem Bewerber vorgesehen ist?

Antwort vom

Grundsätzlich ist es aus datenschutzrechtlicher Sicht möglich, dass externe Freelancer an Vorstellungsgesprächen teilnehmen, wenn sie später mit dem Bewerber zusammenarbeiten würden. Allerdings müssen dabei bestimmte Voraussetzungen beachtet werden: 1. **Vertraulichkeit und Zweckbindung:** Der Freelancer darf die im Gespräch erhaltenen Informationen ausschließlich für den Zweck der Bewerberauswahl verwenden. Es sollte sichergestellt werden, dass der Freelancer zur Vertraulichkeit verpflichtet ist, idealerweise durch eine entsprechende Verschwiegenheitserklärung oder eine Regelung im Vertrag. 2. **Rechtsgrundlage:** Die Teilnahme des Freelancers muss auf einer rechtlichen Grundlage beruhen. In der Regel ist dies das berechtigte Interesse des Unternehmens an einer fundierten Auswahlentscheidung (§ 26 BDSG, Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Das Interesse des Bewerbers am Schutz seiner Daten muss dabei gegen das Interesse des Unternehmens abgewogen werden. 3. **Transparenz:** Der Bewerber muss vorab darüber informiert werden, dass ein externer Freelancer am Gespräch teilnimmt und zu welchem Zweck. Idealerweise wird die Einwilligung des Bewerbers eingeholt, auch wenn sie nicht zwingend erforderlich ist, erhöht dies die Rechtssicherheit. 4. **Datenminimierung:** Es sollten nur die für das Gespräch und die Auswahlentscheidung notwendigen Informationen geteilt werden. **Fazit:** Die Teilnahme externer Freelancer an Vorstellungsgesprächen ist datenschutzrechtlich zulässig, wenn Vertraulichkeit sichergestellt, der Bewerber informiert und die Daten nur zweckgebunden verwendet werden. Eine vorherige Information und ggf. Einwilligung des Bewerbers ist empfehlenswert, um Transparenz und Vertrauen zu gewährleisten. Weitere Informationen findest du z.B. bei der [Datenschutzkonferenz](https://www.datenschutzkonferenz-online.de/) oder beim [BfDI](https://www.bfdi.bund.de/).

Verwandte Fragen

Hat eine Impfhelferin nur Datenschutzpflicht oder auch gesetzliche Schweigepflicht?

Nein. Eine Impfhelferin hat nicht nur Datenschutzpflicht; sie kann je nach Rolle auch einer gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Impfhelferin“,...

Welche Eskalationsinstanzen braucht es bei einer Verfahrensverzeichnisprüfung, wenn das Datenschutzteam den Prozess an einen Rechtsdienstleister ausgelagert hat?

Die Eskalation darf nicht beim externen Rechtsdienstleister enden: Verantwortlich bleibt immer die auslagernde Stelle, deshalb braucht die Verfahrensverzeichnisprüfung mindestens eine fachliche,...

Sollte bei Auditorfragen zum Verfahrensverzeichnis eher der Fachbereich oder das Datenschutz-Team zum Datenschutzhinweis antworten?

Ja – aber nur, wenn das Datenschutz-Team die rechtliche Einordnung übernimmt und der Fachbereich die tatsächliche Praxis liefert. Genau dort liegt der entscheidende Punkt: Ein Datensch...

Wer ist für die Umsetzung von Maßnahmen nach einer Verfahrensverzeichnis-Prüfung verantwortlich, z. B. für die Erstellung eines Löschkonzepts?

Verantwortlich ist grundsätzlich der Verantwortliche im Sinne der DSGVO – also die Stelle bzw. Unternehmensleitung, nicht der Datenschutzbeauftragte. Die praktische Umsetzung einzelner Ma&s...

Wie bestätigt man einem Kunden offiziell die Löschung seiner personenbezogenen Daten?

Offiziell bestätigst du die Löschung am besten schriftlich und eindeutig: Du erklärst, welche kundenbezogenen Daten gelöscht wurden, wann die Löschung erfolgt ist und welche D...

Dürfen Unternehmen Vollständiger Name, Geburtsdatum und -ort, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Adresse, Telefon- und Handynummer sowie E-Mail-Adresse abfragen und speichern?

Ja – aber nicht pauschal. Unternehmen dürfen diese Daten nur abfragen und speichern, wenn sie dafür einen konkreten, rechtmäßigen Zweck haben und nur die Daten erheben, die...

Wie kann ich bei einer Bestellung meine Telefonnummer schützen, ohne eine falsche Nummer anzugeben?

Nimm keine Fake-Nummer. Damit riskierst du, dass die Bestellung scheitert, du keine Lieferinfos bekommst oder im schlimmsten Fall jemand Fremdes deine Daten oder Bestätigungscodes erhält. Wa...