Was bedeutet der philosophische Begriff Wille nach Schopenhauer?

Antwort

Der philosophische Begriff "Wille" bei Arthur Schopenhauer bezeichnet das grundlegende, irrationale und blinde Prinzip allen Seins und Werdens. Für Schopenhauer ist der Wille die eigentliche Realität hinter allen Erscheinungen der Welt. Er versteht den Willen nicht nur als bewussten, zielgerichteten Willensakt des Menschen, sondern als metaphysische Kraft, die sich in allem Lebendigen und sogar in der unbelebten Natur manifestiert. In seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ beschreibt Schopenhauer die Welt als zweifache Erscheinung: Einerseits als „Vorstellung“ (das, was wir wahrnehmen und erkennen), andererseits als „Wille“ (das, was allem zugrunde liegt). Der Wille ist für ihn ein ständiges Streben, ein nie zur Ruhe kommendes Drängen, das sich in allen Naturerscheinungen, im menschlichen Handeln, in Trieben, Instinkten und Leidenschaften äußert. Der Wille ist bei Schopenhauer also das metaphysische Prinzip, das allem zugrunde liegt, aber selbst nicht durch Vernunft oder Bewusstsein gesteuert wird. Er ist unendlich, unstillbar und die Ursache des Leidens in der Welt, weil er nie endgültig befriedigt werden kann.

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