Welche Rolle spielt Achtsamkeit im Sport laut wissenschaftlicher Forschung?

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Achtsamkeit spielt im Sport eine zunehmend wichtige Rolle, was durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt ist. Achtsamkeit (engl. "mindfulness") bezeichnet die bewusste, nicht-wertende Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments. Im sportlichen Kontext bedeutet das, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen während des Trainings oder Wettkampfs bewusst wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten oder zu verdrängen. **Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Achtsamkeit im Sport:** 1. **Leistungssteigerung:** Studien zeigen, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen (z.B. Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR) die sportliche Leistung verbessern können. Athlet:innen berichten von besserer Konzentration, erhöhter Fokussierung und weniger Ablenkung durch negative Gedanken (vgl. Birrer, Röthlin & Morgan, 2012). 2. **Stress- und Angstreduktion:** Achtsamkeit hilft, Wettkampfangst und Stress zu reduzieren. Durch die bewusste Wahrnehmung von Stresssymptomen können Sportler:innen gelassener reagieren und ihre Nervosität besser kontrollieren (vgl. Josefsson et al., 2017). 3. **Verbesserung der Regeneration:** Achtsamkeitsübungen fördern die Erholung nach intensiven Belastungen, indem sie das parasympathische Nervensystem aktivieren und so die Regeneration unterstützen (vgl. Baltzell & Akhtar, 2014). 4. **Verletzungsprophylaxe:** Durch erhöhte Körperwahrnehmung können Sportler:innen Überlastungen und Verletzungen frühzeitiger erkennen und vermeiden (vgl. Schwanhausser, 2009). 5. **Motivation und Wohlbefinden:** Achtsamkeitstraining steigert das allgemeine Wohlbefinden und die intrinsische Motivation, was langfristig zu mehr Freude am Sport führt (vgl. Gardner & Moore, 2012). **Fazit:** Achtsamkeit ist ein wirksames Werkzeug im Sport, das sowohl die Leistung als auch das psychische und physische Wohlbefinden von Sportler:innen fördert. Die Forschungslage ist eindeutig: Regelmäßiges Achtsamkeitstraining kann einen positiven Einfluss auf viele Aspekte des sportlichen Handelns haben. **Quellen (Auswahl):** - Birrer, D., Röthlin, P., & Morgan, G. (2012). Mindfulness to enhance athletic performance: Theoretical considerations and possible impact mechanisms. *Mindfulness*, 3(3), 235–246. - Josefsson, T., Ivarsson, A., Gustafsson, H., Stenling, A., Lindwall, M., & Tornberg, R. (2017). Mindfulness mechanisms in sports: Mediating effects of rumination and emotion regulation on sport-specific coping. *Mindfulness*, 8(5), 1354–1363. - Gardner, F. L., & Moore, Z. E. (2012). Mindfulness and acceptance models in sport psychology: A decade of basic and applied scientific advancements. *Canadian Psychology*, 53(4), 309–318. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Deutscher Olympischer Sportbund](https://www.dosb.de/) oder [Mindful Sport Performance Enhancement](https://www.mindfulsportperformance.org/).

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