Hat sich die katholische Glaubenslehre in wesentlichen Punkten geändert, weil sie Irrtümern unterlag?

Antwort

Die katholische Glaubenslehre versteht sich selbst als auf göttlicher Offenbarung beruhend und daher in ihren wesentlichen Glaubenswahrheiten unveränderlich. Allerdings hat sich die katholische Kirche im Laufe der Geschichte in ihrer Lehre und Praxis weiterentwickelt und bestimmte Positionen präzisiert oder auch korrigiert. Dies geschah oft im Licht neuer theologischer Erkenntnisse, gesellschaftlicher Entwicklungen oder durch das Eingeständnis von Fehlern in der Vergangenheit. Einige Beispiele: - **Galileo Galilei**: Die Kirche verurteilte im 17. Jahrhundert Galilei wegen seiner Unterstützung des heliozentrischen Weltbildes. Später erkannte sie an, dass dies ein Fehler war. - **Umgang mit anderen Religionen**: Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) führte zu einer Neubewertung des Verhältnisses zu anderen Religionen und zur Religionsfreiheit. - **Judenbild**: Die Kirche hat sich von früheren, teils antisemitischen Positionen distanziert und betont heute die bleibende Erwählung des jüdischen Volkes. Die Kirche unterscheidet zwischen „unveränderlichen Dogmen“ (z.B. die Dreifaltigkeit) und lehramtlichen Aussagen, die dem Zeitgeist oder Irrtümern unterliegen konnten. Insofern gab und gibt es in der katholischen Glaubenslehre sowohl Kontinuität als auch Entwicklung und Korrektur. Weitere Informationen findest du z.B. auf der offiziellen Seite der [Deutschen Bischofskonferenz](https://www.dbk.de/) oder im [Katechismus der Katholischen Kirche](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM).

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