Was ist ein kolorektales Karzinom mit Definition, Symptomen, Ursachen, Risikofaktoren, Komplikationen, Diagnose, Therapie, pflegerischen Maßnahmen sowie Informationen zu Schulung und Beratung?

Antwort

**Kolorektales Karzinom (Darmkrebs)** **Definition:** Das kolorektale Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der im Dickdarm (Kolon) oder Enddarm (Rektum) entsteht. Es zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in westlichen Ländern. **Symptome:** - Blut im Stuhl (sichtbar oder verborgen) - Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (z. B. Durchfall, Verstopfung) - ungewollter Gewichtsverlust - Bauchschmerzen, Blähungen - Leistungsminderung, Müdigkeit (durch Blutarmut) - Gefühl der unvollständigen Darmentleerung **Ursachen:** - Meist entwickeln sich kolorektale Karzinome aus gutartigen Darmpolypen, die im Laufe der Zeit entarten können. **Risikofaktoren:** - Alter (meist ab 50 Jahren) - Familiäre Vorbelastung (z. B. familiäre adenomatöse Polyposis, Lynch-Syndrom) - Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) - Ungesunde Ernährung (viel rotes Fleisch, wenig Ballaststoffe) - Bewegungsmangel - Übergewicht - Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum **Komplikationen:** - Darmverschluss (Ileus) - Blutungen - Metastasen (z. B. in Leber, Lunge) - Perforation des Darms - Fistelbildung **Diagnose:** - Anamnese und körperliche Untersuchung - Stuhluntersuchung auf okkultes Blut - Koloskopie (Darmspiegelung) mit Biopsie - Bildgebende Verfahren (CT, MRT, Ultraschall) zur Ausbreitungsdiagnostik - Tumormarker (z. B. CEA im Blut) **Therapie:** - Operative Entfernung des Tumors (häufigste Therapie) - Chemotherapie (vor oder nach der Operation) - Strahlentherapie (vor allem bei Rektumkarzinom) - Zielgerichtete Therapien und Immuntherapien (bei fortgeschrittenen Stadien) **Pflegerische Maßnahmen:** - Überwachung der Vitalzeichen und des Allgemeinzustands - Unterstützung bei der Körperpflege und Mobilisation - Beobachtung auf Komplikationen (z. B. Blutungen, Infektionen, Ileus) - Schmerzmanagement - Unterstützung bei der Ernährung (ggf. Anpassung nach Operation) - Stomaversorgung und Anleitung bei künstlichem Darmausgang - Psychosoziale Betreuung und Gesprächsangebote **Schulung und Beratung:** - Aufklärung über die Erkrankung, Therapie und Nachsorge - Anleitung zur Stomaversorgung (bei Anlage eines künstlichen Darmausgangs) - Ernährungsberatung (z. B. ballaststoffreiche Kost, Vermeidung blähender Speisen) - Information über Früherkennungsmaßnahmen für Angehörige - Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und Vermittlung von Selbsthilfegruppen - Beratung zu körperlicher Aktivität und Lebensstiländerungen Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Deutschen Krebsgesellschaft](https://www.krebsgesellschaft.de/).

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