Darf bei einer in Deutschland erbrachten Leistung an einen Kunden in Österreich auf der Rechnung deutsche Umsatzsteuer ausgewiesen werden?

Antwort

Ob auf einer Rechnung deutsche Umsatzsteuer ausgewiesen werden muss, wenn die Leistung in Deutschland erbracht wird, der Kunde aber in Österreich sitzt, hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere davon, ob der Kunde ein Unternehmer (B2B) oder ein Privatkunde (B2C) ist und um welche Art von Leistung es sich handelt. **1. Kunde ist Unternehmer (B2B):** - **Leistungserbringung in Deutschland:** Wenn die Leistung (z.B. eine Dienstleistung oder Lieferung) in Deutschland erbracht wird, ist grundsätzlich deutsches Umsatzsteuerrecht anzuwenden. - **Reverse-Charge-Verfahren:** Bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen zwischen Unternehmen innerhalb der EU gilt in vielen Fällen das Reverse-Charge-Verfahren. Das bedeutet, der Leistungsempfänger (der österreichische Unternehmer) schuldet die Umsatzsteuer in seinem Land. In diesem Fall darf auf der Rechnung **keine deutsche Umsatzsteuer** ausgewiesen werden. Stattdessen muss ein Hinweis auf das Reverse-Charge-Verfahren auf die Rechnung (z.B. „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“). - **Lieferungen:** Bei Warenlieferungen ins EU-Ausland an Unternehmer ist die Lieferung in Deutschland steuerfrei, wenn die Voraussetzungen für eine innergemeinschaftliche Lieferung erfüllt sind (z.B. Nachweis der Verbringung, gültige USt-IdNr. des Kunden). **2. Kunde ist Privatperson (B2C):** - **Leistungserbringung in Deutschland:** Wird die Leistung in Deutschland an eine Privatperson aus Österreich erbracht, ist in der Regel **deutsche Umsatzsteuer** auszuweisen. - **Besonderheiten bei bestimmten Leistungen:** Bei bestimmten Leistungen (z.B. elektronische Dienstleistungen, Telekommunikation, Rundfunk) gelten besondere Regelungen (z.B. das OSS-Verfahren). **Fazit:** - **B2B:** In der Regel keine deutsche Umsatzsteuer, sondern Reverse-Charge. - **B2C:** In der Regel deutsche Umsatzsteuer, wenn die Leistung in Deutschland erbracht wird. **Wichtiger Hinweis:** Die genaue steuerliche Behandlung kann je nach Einzelfall und Art der Leistung variieren. Es empfiehlt sich, im Zweifel einen Steuerberater zu konsultieren oder die Informationen beim [Bundeszentralamt für Steuern](https://www.bzst.de/) nachzulesen.

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