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Wie ist das biblische Bilderverbot zu deuten? Warum darf sich der Mensch kein Bild von Gott machen? Sind sprachliche Bilder nicht auch Bilder?
Antwort vomDas biblische Bilderverbot, insbesondere im Alten Testament, findet sich im zweiten der Zehn Gebote (Exodus 20,4-5 und Deuteronomium 5,8-9). Es besagt, dass man sich kein Bildnis oder Gleichnis von Gott machen soll. Dieses Verbot hat mehrere Deutungen und Hintergründe: 1. **Monotheismus und Abgrenzung**: Das Verbot diente dazu, den Monotheismus zu schützen und die Israeliten von den polytheistischen Kulturen ihrer Nachbarn abzugrenzen, die oft Götterbilder und -statuen verehrten. 2. **Unfassbarkeit Gottes**: Gott wird als unendlich und unfassbar beschrieben. Ein Bild könnte niemals die Vollständigkeit und Heiligkeit Gottes darstellen und würde ihn auf menschliche Vorstellungen reduzieren. 3. **Vermeidung von Götzendienst**: Bilder könnten dazu führen, dass Menschen anfangen, das Bild selbst zu verehren, anstatt den unsichtbaren Gott, was als Götzendienst angesehen wird. Sprachliche Bilder, wie Metaphern und Analogien, sind in der Bibel jedoch weit verbreitet. Sie dienen dazu, komplexe und abstrakte Konzepte verständlicher zu machen. Während physische Bilder und Statuen konkrete Formen annehmen und verehrt werden könnten, bleiben sprachliche Bilder flexibel und symbolisch, was die Gefahr der Anbetung eines falschen Abbildes verringert. Zusammengefasst: Das Bilderverbot soll die Reinheit des Glaubens an den einen, unsichtbaren Gott bewahren und verhindern, dass Menschen durch konkrete Darstellungen in die Irre geführt werden. Sprachliche Bilder hingegen sind erlaubt, da sie eher als Hilfsmittel zur Erklärung und nicht als Objekte der Anbetung dienen.
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