Wie sind die Regelungen zur Sterbehilfe in Deutschland?

Antwort

In Deutschland ist die Regelung zur Sterbehilfe ein komplexes und sensibles Thema. Der aktuelle Stand (2024) sieht wie folgt aus: 1. **Passive Sterbehilfe**: Diese Form der Sterbehilfe, bei der lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen oder abgebrochen werden, ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Voraussetzung ist, dass der Patient dies ausdrücklich wünscht oder eine entsprechende Patientenverfügung vorliegt. 2. **Indirekte Sterbehilfe**: Hierbei handelt es sich um die Verabreichung von Medikamenten zur Schmerzlinderung, die als Nebenwirkung die Lebensdauer verkürzen können. Diese Praxis ist erlaubt, solange die Schmerzlinderung im Vordergrund steht und der Tod nicht direkt beabsichtigt ist. 3. **Beihilfe zur Selbsttötung**: Im Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) für verfassungswidrig erklärt. Seitdem ist die Beihilfe zur Selbsttötung unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Es gibt jedoch weiterhin Diskussionen und Bestrebungen, eine neue gesetzliche Regelung zu schaffen, die den Zugang zu assistiertem Suizid klarer regelt und Missbrauch verhindert. 4. **Aktive Sterbehilfe**: Diese Form der Sterbehilfe, bei der eine andere Person aktiv den Tod eines Patienten herbeiführt, bleibt in Deutschland strafbar und ist nach § 216 StGB als Tötung auf Verlangen verboten. Für detaillierte und aktuelle Informationen empfiehlt es sich, die offiziellen Seiten der Bundesregierung oder des Bundesverfassungsgerichts zu konsultieren.

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