Österreich ist laizistisch, hat aber ein Konkordat. Wie passt das zusammen?

Antwort

Österreich ist in der Tat ein laizistischer Staat, was bedeutet, dass es eine Trennung von Kirche und Staat gibt. Dennoch hat Österreich ein Konkordat mit dem Heiligen Stuhl, das bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen für die katholische Kirche und ihre Aktivitäten im Land festlegt. Das Konkordat regelt unter anderem Fragen der Religionsausübung, der staatlichen Anerkennung von kirchlichen Institutionen und der finanziellen Unterstützung von Religionsgemeinschaften. Diese Vereinbarung ist ein Ausdruck der besonderen historischen und kulturellen Beziehung zwischen Österreich und der katholischen Kirche. Die laizistische Grundhaltung des Staates wird durch die Tatsache unterstrichen, dass das Konkordat nicht die Trennung von Kirche und Staat aufhebt, sondern vielmehr spezifische Regelungen für die Zusammenarbeit und das Zusammenleben von Staat und Kirche schafft. In diesem Sinne kann man sagen, dass Österreich eine Form von "positiver Laizität" praktiziert, bei der der Staat zwar neutral gegenüber den Religionen ist, aber dennoch bestimmte Vereinbarungen mit Religionsgemeinschaften trifft, um deren Rechte und Pflichten zu regeln.

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