Darf der Arbeitgeber Mitarbeiter an der Rezeption mit Kamera in Bild und Ton überwachen, um Fehler festzustellen?

Antwort

Die Überwachung von Mitarbeitern durch Kameras, die Bild und Ton aufzeichnen, unterliegt strengen rechtlichen Regelungen, insbesondere dem Datenschutzrecht. In Deutschland ist die Videoüberwachung am Arbeitsplatz durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt. 1. **Zweckbindung**: Die Überwachung muss einen legitimen Zweck verfolgen, wie z.B. den Schutz von Eigentum oder die Sicherheit der Mitarbeiter. 2. **Verhältnismäßigkeit**: Die Maßnahme muss verhältnismäßig sein. Das bedeutet, dass weniger invasive Mittel zur Verfügung stehen sollten, um das gleiche Ziel zu erreichen. 3. **Transparenz**: Mitarbeiter müssen über die Überwachung informiert werden. Dies kann durch Aushänge oder durch Informationen im Arbeitsvertrag geschehen. 4. **Einwilligung**: In vielen Fällen ist die ausdrückliche Einwilligung der Mitarbeiter erforderlich, insbesondere wenn die Überwachung auch Tonaufnahmen umfasst. 5. **Betriebsrat**: Wenn ein Betriebsrat existiert, muss dieser in die Entscheidung zur Überwachung einbezogen werden. Es ist ratsam, sich rechtlich beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

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