Wann muss ein Bandscheibensequester operiert werden?
Antwort vomEin Bandscheibensequester ist ein Bandscheibenvorfall, bei dem sich ein Teil des Bandscheibengewebes vollständig von der Bandscheibe gelöst hat und in den Wirbelkanal gelangt ist. Die Notwendigkeit einer Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab. **Eine Operation ist in der Regel erforderlich, wenn:** - **Lähmungserscheinungen** auftreten (z. B. Schwäche in Armen oder Beinen, Fußheberschwäche). - **Blasen- oder Mastdarmstörungen** (z. B. Harnverhalt, Inkontinenz) auftreten – dies ist ein Notfall (Cauda-equina-Syndrom). - **Sehr starke, therapieresistente Schmerzen** bestehen, die auf konservative Maßnahmen (Schmerzmittel, Physiotherapie) nicht ansprechen. - **Fortschreitende neurologische Ausfälle** beobachtet werden. **In anderen Fällen** kann oft zunächst eine konservative Therapie (Schmerztherapie, Physiotherapie, Schonung) versucht werden. Viele Sequester werden vom Körper mit der Zeit abgebaut. **Wichtig:** Die Entscheidung für oder gegen eine Operation sollte immer individuell und nach Rücksprache mit einem Facharzt (Orthopäde, Neurochirurg) getroffen werden. Bei akuten Lähmungen oder Blasen-/Mastdarmstörungen sollte umgehend eine Notaufnahme aufgesucht werden. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Deutschen Wirbelsäulengesellschaft](https://www.dwg.org/patienteninformationen/bandscheibenvorfall).