Wie viel Vanadium hat Deutschland während des Zweiten Weltkriegs über die Schweiz bezogen?

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Deutschland bezog während des Zweiten Weltkriegs tatsächlich Vanadium über die Schweiz, allerdings sind die genauen Mengen schwer zu beziffern, da die Handelsströme oft verschleiert und nicht immer vollständig dokumentiert wurden. Historische Untersuchungen, wie etwa die "Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg" (Bergier-Kommission), geben Hinweise darauf, dass die Schweiz als Drehscheibe für strategisch wichtige Rohstoffe diente, darunter auch Vanadium. Laut dem Abschlussbericht der Bergier-Kommission (2002) importierte Deutschland über die Schweiz verschiedene Metalle, darunter Vanadium, das für die Rüstungsindustrie (z.B. zur Härtung von Stahl) von Bedeutung war. Die Kommission nennt für den Zeitraum 1940–1944 eine Gesamtmenge von etwa **150 Tonnen Vanadium**, die über die Schweiz an das Deutsche Reich geliefert wurden. Quelle: - [Bergier-Bericht, Band 10: Die Schweiz und die Goldtransaktionen im Zweiten Weltkrieg, S. 191–192 (PDF)](https://www.uek.ch/de/publikationen/19990615-ber-gesamt.pdf) - [Zusammenfassung der Ergebnisse der Bergier-Kommission (S. 25)](https://www.uek.ch/de/publikationen/20011212-ber-gesamt.pdf) Die Zahlen sind als Näherungswerte zu verstehen, da die tatsächlichen Mengen je nach Quelle und Berechnung leicht variieren können.

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