Was sind latente Steuern in der Bilanz?

Antwort

Latente Steuern sind in der Bilanz ein Instrument, um zeitliche Differenzen zwischen der handelsrechtlichen und der steuerrechtlichen Gewinnermittlung auszugleichen. Diese Differenzen entstehen, weil bestimmte Aufwendungen und Erträge in der Handelsbilanz und der Steuerbilanz zu unterschiedlichen Zeitpunkten berücksichtigt werden. Es gibt zwei Arten von latenten Steuern: 1. **Aktive latente Steuern**: Diese entstehen, wenn in der Handelsbilanz ein höherer Gewinn ausgewiesen wird als in der Steuerbilanz. Das bedeutet, dass in der Zukunft voraussichtlich weniger Steuern gezahlt werden müssen. Ein Beispiel wäre eine Rückstellung, die in der Handelsbilanz höher bewertet wird als in der Steuerbilanz. 2. **Passive latente Steuern**: Diese entstehen, wenn in der Handelsbilanz ein niedrigerer Gewinn ausgewiesen wird als in der Steuerbilanz. Das bedeutet, dass in der Zukunft voraussichtlich mehr Steuern gezahlt werden müssen. Ein Beispiel wäre eine Abschreibung, die in der Steuerbilanz schneller vorgenommen wird als in der Handelsbilanz. In der Bilanz werden latente Steuern auf der Aktivseite (aktive latente Steuern) oder auf der Passivseite (passive latente Steuern) ausgewiesen. Die Berechnung und der Ausweis latenter Steuern sind in den Rechnungslegungsvorschriften, wie dem Handelsgesetzbuch (HGB) in Deutschland oder den International Financial Reporting Standards (IFRS), geregelt.

Kategorie: Finanzen Tags: Latente Steuern Bilanz
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