Welche Gedanken hatte John Wesley zur Lehre des Calvinismus?

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John Wesley, der Begründer des Methodismus, hatte eine kritische Haltung gegenüber der Lehre des Calvinismus, insbesondere gegenüber den fünf Hauptpunkten des sogenannten „TULIP“-Systems (Totale Verderbtheit, Unbedingte Erwählung, Begrenzte Sühne, Unwiderstehliche Gnade, Beharrlichkeit der Heiligen). Wesley lehnte vor allem die Prädestinationslehre (Unbedingte Erwählung) ab. Er glaubte, dass Gottes Gnade allen Menschen angeboten wird und dass jeder Mensch die Freiheit hat, auf Gottes Gnade zu antworten oder sie abzulehnen. Für Wesley war die Vorstellung, dass Gott von Ewigkeit her einige Menschen zur Erlösung und andere zur Verdammnis bestimmt habe, unvereinbar mit Gottes Liebe und Gerechtigkeit. Er betonte die Bedeutung des freien Willens und der persönlichen Entscheidung für oder gegen Gott. In seiner berühmten Predigt „Free Grace“ (Freie Gnade) kritisierte er die calvinistische Sichtweise scharf und argumentierte, dass sie Gottes Charakter verzerre und die Evangelisation untergrabe. Zusammengefasst: - Wesley lehnte die calvinistische Prädestinationslehre ab. - Er betonte die universale Gnade Gottes und den freien Willen des Menschen. - Er sah im Calvinismus eine Gefahr für das Verständnis von Gottes Liebe und Gerechtigkeit. Weitere Informationen zu John Wesley findest du z.B. auf der offiziellen Seite der [United Methodist Church](https://www.umc.org/en/content/john-wesley-the-man-his-mission-and-his-message).

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