Welche Nachteile hat der Vermieter, wenn der Mieter die Miete erst zum 15. zahlen darf?

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**Der größte Nachteil für den Vermieter ist nicht rechtlich, sondern wirtschaftlich: Er verschiebt seinen regelmäßigen Zahlungseingang um zwei Wochen und schwächt damit seine Position, falls der Mieter später noch weiter in Rückstand gerät.** ## Rechtlich entscheidend Wenn der Vermieter ausdrücklich erlaubt, dass die Miete erst zum 15. gezahlt wird, gilt für dieses Mietverhältnis praktisch ein neuer Fälligkeitstermin. Die wichtigste Folge: Zahlt der Mieter nicht schon bis zum 3. Werktag des Monats, liegt dann nicht automatisch ein Verzug vor. Maßgeblich ist vielmehr die erlaubte spätere Zahlung. Der Vermieter kann also wegen der verspäteten Zahlung vor dem 15. weder Verzugszinsen noch eine Abmahnung auf genau diesen früheren Termin stützen. ## Die konkreten Nachteile **1. Schlechtere Liquidität** Der Vermieter bekommt sein Geld später, muss aber Darlehen, Hausgeld, Versicherungen oder Rücklagen oft schon früher bedienen. Das ist der praktisch häufigste Nachteil. **2. Schwächere Ausgangslage bei Zahlungsstörungen** Wer dem Mieter dauerhaft den 15. erlaubt, kann sich später schwerer darauf berufen, dass die Miete eigentlich schon zu Monatsbeginn hätte eingehen müssen. Bei Streit zählt oft das tatsächlich gelebte Zahlungsmodell. **3. Kündigungsrisiko wird zeitlich nach hinten verschoben** Für eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs kommt es auf erhebliche Rückstände an. Wenn die Fälligkeit auf den 15. verschoben ist, entsteht dieser kündigungsrelevante Rückstand ebenfalls später. Das kostet im Ernstfall Zeit. **4. Beweisprobleme bei bloßer Duldung** Der größte Fehler ist eine unklare Regelung. Erlaubt der Vermieter die spätere Zahlung nur mündlich oder duldet sie monatelang kommentarlos, kann später Streit entstehen, ob das nur eine Ausnahme oder eine dauerhafte Vertragsänderung war. ## Wichtiger Unterschied Entscheidend ist der Unterschied zwischen **einmaliger Kulanz** und **dauerhafter Gestattung**. Erlaubt der Vermieter nur ausnahmsweise eine Zahlung bis zum 15., entsteht daraus nicht automatisch dauerhaft ein neuer Termin. Akzeptiert er das aber über längere Zeit regelmäßig, kann das im Streit so wirken, als habe er der späteren Fälligkeit zugestimmt. Genau darin liegt das eigentliche Risiko. ## Praktische Bewertung Für den Vermieter ist das meist nur dann unproblematisch, wenn er die spätere Zahlung **klar schriftlich als widerrufliche Ausnahme** erlaubt. Ein guter praktischer Unterschied ist: - **unschädlich:** „Für den Monat Juni akzeptiere ich die Zahlung ausnahmsweise bis zum 15.“ - **riskant:** „Sie können die Miete künftig immer bis zum 15. zahlen.“ Je dauerhafter und vorbehaltloser die Erlaubnis, desto mehr verliert der Vermieter bei Verzug Zeit, Druckmittel und Klarheit.

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