Eine belastbare Einkommensstruktur speziell der Mitglieder von Die Linke gibt es öffentlich kaum; gut belegt ist aber: Die Mitgliedschaft ist überdurchschnittlich akademisch, stark gewerksch...
Wie ist die Einkommensstruktur von AfD-Mitgliedern und AfD-Wählern?
Antwort vom**Kurz gesagt: AfD-Wähler sind einkommensmäßig keine reine „Partei der Armen“, aber sie sind heute überdurchschnittlich oft in unteren und unteren mittleren Einkommenslagen zu finden; bei AfD-Mitgliedern ist das Bild deutlich bürgerlicher und eher mittig bis gehoben.** Die wichtigste Konsequenz daraus: Man darf AfD-Mitglieder und AfD-Wähler sozial nicht gleichsetzen. ([wzb.eu](https://www.wzb.eu/en/node/78494)) ## AfD-Wähler: eher unten bis untere Mitte, aber kein reines Armutsmilieu Für die Wählerschaft zeigt die Forschung ziemlich klar: Die AfD wird **nicht nur** von Menschen mit sehr niedrigem Einkommen gewählt, sondern besonders stark von Menschen, die sich sozial unter Druck fühlen, Abstiegsängste haben oder ihre Lage als unsicher erleben. Neuere WSI-Auswertungen beschreiben sogar einen Trend, dass mit sinkendem Einkommen die AfD-Wahlneigung steigt. Gleichzeitig betont die bpb, dass die AfD-Wählerschaft **schichtübergreifend** ist und nicht einfach auf „ökonomische Verlierer“ reduziert werden kann. ([boeckler.de](https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-009196/p_wsi_studies_42_2025.pdf)) Der entscheidende Unterschied zu vielen vereinfachten Darstellungen ist also: **Nicht absolute Armut erklärt die AfD besonders gut, sondern eine Mischung aus niedrigerer bis mittlerer sozialer Lage, Unsicherheit und kulturell-politischer Entfremdung.** Deshalb ist die AfD bei Arbeitern überdurchschnittlich stark, aber nicht automatisch bei den Ärmsten insgesamt. Ältere Daten der bpb zeigten schon früh hohe AfD-Werte bei Arbeitern und Arbeitslosen; neuere Studien sehen zusätzlich eine Ausweitung in weitere Gruppen. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/222304/wer-waehlt-eigentlich-rechtsextrem/)) Ein wichtiger Praxispunkt: Wer nur auf Einkommen schaut, versteht die AfD-Wählerschaft unvollständig. Zwei Personen mit gleichem Netto können politisch völlig unterschiedlich ticken – entscheidend sind oft **subjektive Benachteiligung, Misstrauen und das Gefühl, gesellschaftlich an Einfluss zu verlieren**. Genau das hebt die neuere Forschung stark hervor. ([boeckler.de](https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008835)) ## AfD-Mitglieder: deutlich bürgerlicher als die Wähler Bei den **Mitgliedern** ist die Lage anders. Die bpb beschreibt die soziale Zusammensetzung der AfD-Mitgliedschaft eher als **mittlere bis gehobene Bildungs- und Berufsgruppen**, also bürgerlicher als das Wählerprofil. Das passt auch zur Parteigeschichte: Die AfD startete als Professoren-, Selbstständigen- und wirtschaftsliberale Gründungspartei und hat trotz späterer Verschiebungen kein typisches Niedrigeinkommens-Mitgliederprofil entwickelt. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/afd/273131/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd/?trk=public_post_comment-text)) Das ist der vielleicht wichtigste Unterschied: **Die Partei wird sozial „oben“ stärker organisiert, als sie „unten“ gewählt wird.** Anders gesagt: Das aktivere Kernmilieu der Partei ist nicht deckungsgleich mit dem Milieu, aus dem sie viele Stimmen holt. Genau diese Lücke erklärt auch, warum AfD-Programmatik und AfD-Wählerinteressen beim Einkommen nicht immer sauber zusammenpassen. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/afd/273131/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd/?trk=public_post_comment-text)) ## Was man daraus konkret ableiten kann Wenn du nach der Einkommensstruktur fragst, ist die präziseste Antwort: - **AfD-Wähler:** überdurchschnittlich oft untere bis untere mittlere Einkommen, Arbeiter, ökonomisch und subjektiv belastete Gruppen; aber keine reine „Unterschichtenpartei“. ([boeckler.de](https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-009196/p_wsi_studies_42_2025.pdf)) - **AfD-Mitglieder:** eher bürgerlich, häufiger mittlere bis gehobene soziale Lagen als bei der Wählerschaft. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/afd/273131/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd/?trk=public_post_comment-text)) Der häufigste Denkfehler ist, beides in einen Topf zu werfen. **Die AfD hat sozial eher eine bürgerliche Organisationsbasis, mobilisiert aber wahlpolitisch stark in verunsicherten unteren und mittleren Einkommensgruppen.** ([wzb.eu](https://www.wzb.eu/en/node/78494))
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