Wie erfolgt die Thromboseprophylaxe nach Schlaganfall?

Antwort

Nach einem Schlaganfall besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Thrombose, insbesondere einer tiefen Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie. Die Thromboseprophylaxe ist daher ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Die Maßnahmen richten sich nach dem individuellen Risiko, der Mobilität des Patienten und möglichen Kontraindikationen. **Allgemeine Maßnahmen:** - **Frühmobilisation:** Sobald es der Zustand erlaubt, sollte der Patient so früh wie möglich mobilisiert werden. Bewegung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe. - **Physikalische Maßnahmen:** Bei immobilen Patienten können Kompressionsstrümpfe oder intermittierende pneumatische Kompressionen eingesetzt werden. **Medikamentöse Prophylaxe:** - **Niedermolekulare Heparine** (z. B. Enoxaparin, Dalteparin) oder **unfraktioniertes Heparin** werden häufig zur Thromboseprophylaxe eingesetzt, sofern keine Kontraindikationen wie eine erhöhte Blutungsgefahr bestehen. - Die Gabe erfolgt in der Regel subkutan in prophylaktischer Dosierung. - **Direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs)** werden in der Akutphase nach Schlaganfall in der Regel nicht zur Prophylaxe einer TVT eingesetzt. **Wichtige Hinweise:** - Bei hämorrhagischem Schlaganfall (Blutung) ist eine medikamentöse Thromboseprophylaxe meist kontraindiziert, zumindest in der akuten Phase. - Die Entscheidung über Art und Dauer der Prophylaxe sollte immer individuell und interdisziplinär (z. B. mit Neurologen und Internisten) getroffen werden. **Zusammenfassung:** - Frühmobilisation, physikalische Maßnahmen und ggf. medikamentöse Prophylaxe mit Heparinen sind die wichtigsten Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe nach Schlaganfall. - Die Auswahl der Methode hängt von der Art des Schlaganfalls, dem Blutungsrisiko und der Mobilität des Patienten ab. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft](https://www.dsg-info.de/) oder in den aktuellen Leitlinien zur Schlaganfallbehandlung.

KI fragen

Verwandte Fragen

Welche Grundsätze gelten bei der medizinischen Schriftabnahme zur Feststellung von Lese- und Schreibfähigkeiten bei Schlaganfall- und Demenzpatientinnen?

Eine medizinische Schriftabnahme zur Feststellung der Lese- und Schreibfähigkeiten bei einer Patientin mit Schlaganfall oder Demenz muss bestimmten Grundsätzen folgen, um valide und aussagek... [mehr]

Wirkt eine einmal wöchentliche Gabe von 500 mg Acetylsalicylsäure vorbeugend gegen Herzinfarkt?

Eine einmalige wöchentliche Gabe von 500 mg Acetylsalicylsäure (ASS) wird **nicht** zur Vorbeugung von Herzinfarkt empfohlen. Die wissenschaftlich belegte präventive Wirkung von ASS ber... [mehr]

Warum sollten bei einem Patienten mit Herzinsuffizienz keine Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe angewendet werden?

Bei einem Patienten mit Herzinsuffizienz **sollten in der Regel Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe angewendet werden**, da diese Patienten aufgrund eingeschränkter Mobilität, venös... [mehr]

Warum bewegt sich der Tisch beim Perfusions-CT zur Schlaganfallabklärung hin und her?

Beim Perfusions-CT (PCT) zur Abklärung eines Schlaganfalls (Stroke) bewegt sich der Tisch hin und her, weil während der Untersuchung wiederholt CT-Bilderelben Hirnregion aufgenommen werden m... [mehr]

Was bedeuten die Schlaganfall-Symptome Pusher-Syndrom, Neglect und Aphasie?

Beim Schlaganfall können verschiedene neurologische Ausfälle auftreten. Die Begriffe, die du nennst, beschreiben unterschiedliche Störungen, die nach einem Schlaganfall auftreten kö... [mehr]

Was sind Puschel-Syndrom und Neglect bei Schlaganfall?

Das „Puschel-Syndrom“ ist kein standardisierter medizinischer Begriff, wird aber im klinischen Alltag manchmal umgangssprachlich verwendet, um ein bestimmtes Verhalten bei Patienten mit ei... [mehr]