Was sind Rekanalisationsverfahren?

Antwort

Rekanalisationsverfahren sind medizinische Methoden, die darauf abzielen, einen verschlossenen oder verengten Blutgefäßabschnitt – meist eine Arterie oder Vene – wieder durchgängig zu machen. Sie kommen vor allem in der Behandlung von Gefäßverschlüssen, wie z.B. bei einem akuten Herzinfarkt (Koronararterienverschluss) oder einem Schlaganfall (zerebraler Gefäßverschluss), zum Einsatz. Zu den wichtigsten Rekanalisationsverfahren zählen: 1. **Thrombolyse**: Auflösung eines Blutgerinnsels (Thrombus) durch Medikamente, die entweder systemisch (über die Vene) oder lokal (direkt am Verschlussort) verabreicht werden. 2. **Mechanische Thrombektomie**: Entfernung eines Blutgerinnsels mit speziellen Kathetern oder Stents, die über die Blutgefäße bis zur Verschlussstelle vorgeschoben werden. 3. **Angioplastie (PTA)**: Erweiterung einer verengten oder verschlossenen Arterie mit einem Ballonkatheter, oft in Kombination mit der Implantation eines Stents, um das Gefäß offen zu halten. 4. **Bypass-Operation**: Chirurgische Umgehung eines Gefäßverschlusses durch Einsetzen eines Gefäßersatzes (körpereigen oder künstlich). Die Wahl des Verfahrens hängt von der Art, dem Ort und dem Ausmaß des Gefäßverschlusses sowie vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Ziel ist immer, die Durchblutung des betroffenen Gewebes schnellstmöglich wiederherzustellen, um Folgeschäden zu vermeiden.

KI fragen

Verwandte Fragen

Wann gilt jemand als therapierefraktär?

Als „therapierefraktär“ bezeichnet man einen Zustand, bei dem eine Erkrankung oder ein Symptom trotz adäquater und ausreichend langer Behandlung mit den üblichen, anerkannte... [mehr]

Was sind Biologica?

Biologika (Singular: Biologikum) sind Arzneimittel, die aus biologischen Quellen stammen oder mit biotechnologischen Verfahren hergestellt werden. Im Gegensatz zu klassischen, chemisch-synthetischen M... [mehr]

Welche Abführmittel sind bei Sigmadivertikulose am besten geeignet?

Bei einer Sigmadivertikulose sind sogenannte osmotische Abführmittel in der Regel am günstigsten. Dazu zählen beispielsweise Macrogol (Polyethylenglykol) oder Lactulose. Diese Mittel wi... [mehr]

Wie geht es nach einer Reblozyl-Therapie weiter?

Nach einer Reblozyl-Therapie (Wirkstoff: Luspatercept) hängt das weitere Vorgehen stark von der zugrunde liegenden Erkrankung, dem Therapieerfolg und dem individuellen Ansprechen des Patienten ab... [mehr]

Welche 4 Faktoren sind bei der Sauerstofftherapie wichtig?

Die vier zentralen Faktoren der Sauerstofftherapie sind: 1. **Indikation**: Klare medizinische Begründung für die Sauerstoffgabe, z.B. Hypoxämie, COPD, akute Atemnot. 2. **Dosierung**:... [mehr]

Was ist die Besonderheit der Sauerstofftherapie?

Die Besonderheit der Sauerstofftherapie liegt darin, dass sie gezielt eingesetzt wird, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen, wenn dieser durch Erkrankungen wie COPD, Lungenentzündung,... [mehr]

Was ist eine endovaskuläre Intervention?

Eine endovaskuläre Intervention ist ein minimal-invasives medizinisches Verfahren, bei dem Erkrankungen der Blutgefäße (wie Arterien oder Venen) von innen, also „endovaskulä... [mehr]

Welche Medikamente werden beim Alkoholentzug eingesetzt?

Für den Alkoholentzug werden verschiedene Medikamente eingesetzt, abhängig von der Phase des Entzugs und den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen. Die wichtigsten Medikamente si... [mehr]

Was ist nicht-invasive Neuromodulation?

Nicht-invasive Neuromodulation bezeichnet medizinische Verfahren, bei denen die Aktivität des Nervensystems gezielt beeinflusst wird, ohne dass dabei chirurgische Eingriffe oder Implantate notwen... [mehr]