Muss für die MPU nach dem zweiten Führerscheinentzug wegen Fahrens mit 2 Promille eine stationäre Therapie nachgewiesen werden?

Antwort

Ob für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) nach einem zweiten Führerscheinentzug wegen Fahrens mit 2 Promille eine **stationäre Therapie** nachgewiesen werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere von der individuellen Vorgeschichte und der Einschätzung der Gutachterstelle. **Grundsätzliches:** - Bei einer zweiten Trunkenheitsfahrt mit einem so hohen Promillewert (2,0 ‰) gehen die Behörden in der Regel von einer Alkoholabhängigkeit oder zumindest einem schwerwiegenden Alkoholmissbrauch aus. - Für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verlangen die Behörden in solchen Fällen in der Regel den Nachweis einer erfolgreichen **Alkoholabstinenz** (meist 12 Monate, nachzuweisen durch regelmäßige Urin- oder Haaranalysen). - Zusätzlich wird häufig eine **therapeutische Aufarbeitung** des Alkoholproblems gefordert. **Stationäre Therapie:** - Eine **stationäre Entwöhnungstherapie** ist nicht immer zwingend vorgeschrieben, aber sie wird oft dann erwartet oder empfohlen, wenn eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert wurde oder wenn bereits mehrere Rückfälle vorliegen. - In vielen Fällen reicht auch eine **ambulante Therapie** oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe (z. B. Anonyme Alkoholiker), sofern dies glaubhaft und ausreichend dokumentiert werden kann. - Die Entscheidung, ob eine stationäre Therapie notwendig ist, trifft letztlich die MPU-Gutachterstelle auf Basis der vorgelegten Nachweise und der individuellen Vorgeschichte. **Fazit:** Ein **pauschaler Zwang zur stationären Therapie** besteht nicht, aber bei wiederholtem Fahren mit sehr hohem Promillewert ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die MPU-Stelle eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkoholkonsum erwartet – und das kann, je nach Fall, auch eine stationäre Therapie bedeuten. **Empfehlung:** Vor einer MPU empfiehlt sich eine Beratung bei einer anerkannten MPU-Beratungsstelle oder Suchtberatungsstelle. Diese können individuell einschätzen, welche Nachweise in deinem Fall erforderlich sind. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)](https://www.drugcom.de/themen/alkohol/alkohol-und-fuehrerschein/) oder bei [DEKRA](https://www.dekra.de/de/mpu-alkohol/).

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