Was sagt die katholische Kirche zum assistierten Suizid, und ist danach ein christliches Begräbnis möglich?

Antwort

Die katholische Kirche lehnt den assistierten Suizid grundsätzlich ab. Nach ihrer Lehre ist das menschliche Leben ein Geschenk Gottes und darf nicht absichtlich beendet werden – weder durch Selbsttötung noch durch Beihilfe dazu. Die Kirche sieht im assistierten Suizid einen schweren Verstoß gegen das fünfte Gebot („Du sollst nicht töten“) und betont, dass auch in schwerem Leiden das Leben zu achten und zu schützen ist. Trotz dieser klaren Ablehnung schließt die katholische Kirche Menschen, die durch Suizid oder assistierten Suizid gestorben sind, nicht grundsätzlich von einem christlichen Begräbnis aus. Die heutige Praxis ist barmherziger als früher: Die Kirche berücksichtigt, dass psychische Belastungen, Verzweiflung oder Krankheit die Entscheidungsfreiheit einschränken können. Daher wird in der Regel ein kirchliches Begräbnis gewährt, es sei denn, es liegen eindeutige Anzeichen vor, dass der Verstorbene die christliche Gemeinschaft bewusst und öffentlich abgelehnt hat. Weitere Informationen findest du z.B. auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz: https://www.dbk.de/themen/sterbehilfe-und-sterbebegleitung Zusammengefasst: Die katholische Kirche lehnt assistierten Suizid ab, schließt aber ein christliches Begräbnis in der Regel nicht aus, sondern entscheidet im Einzelfall unter Berücksichtigung der Umstände.

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