Führt eine Abtreibung automatisch zum Ausschluss aus der Katholischen Kirche?

Antwort

Nach der Lehre der katholischen Kirche zieht eine Abtreibung (genauer: die „vollzogene und gewollte Abtreibung“) automatisch die sogenannte Exkommunikation nach sich. Das bedeutet, dass die betroffene Person von den Sakramenten und bestimmten kirchlichen Handlungen ausgeschlossen ist. Dies ist im Kirchenrecht (CIC, Canon 1398) festgelegt: „Wer eine Abtreibung vornimmt und wer dazu wirksam mithilft, zieht sich die Tatstrafe der Exkommunikation zu.“ Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen und Missverständnisse: - **Nicht jeder ist automatisch exkommuniziert:** Die Exkommunikation tritt nur ein, wenn die Person die Tat wissentlich und willentlich begeht und sich der Schwere der Handlung bewusst ist. Minderjährige, Menschen unter Zwang oder Unwissenheit sind ausgenommen. - **Die Exkommunikation ist nicht gleichbedeutend mit einem „Austritt“ aus der Kirche:** Die Zugehörigkeit zur Kirche bleibt formal bestehen, aber der Zugang zu Sakramenten ist verwehrt. - **Die Exkommunikation kann aufgehoben werden:** Durch Reue und Beichte kann die Exkommunikation aufgehoben werden, oft auch durch einen Priester mit entsprechender Vollmacht. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass man durch eine Abtreibung automatisch „aus der Kirche austritt“. Das ist nicht korrekt. Die Exkommunikation ist eine schwere kirchliche Strafe, aber kein formaler Austritt. Weitere Informationen findest du z.B. auf der offiziellen Seite der Deutschen Bischofskonferenz: https://www.dbk.de/themen/abtreibung Zusammengefasst: Nach katholischer Lehre zieht eine Abtreibung unter bestimmten Bedingungen die automatische Exkommunikation nach sich, aber keinen formalen Austritt aus der Kirche.

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