Was ist die Rechtsgrundlage für die Nutzung von Datentreuhändern in der Forschung?

Antwort vom

Die Nutzung von Datentreuhändern bzw. Vertrauensstellen in der wissenschaftlichen Forschung basiert in der Regel auf verschiedenen rechtlichen Grundlagen, die den Datenschutz und die Datensicherheit gewährleisten sollen. In der Europäischen Union sind die wichtigsten Rechtsgrundlagen: 1. **Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)**: Insbesondere Artikel 6 (Rechtmäßigkeit der Verarbeitung) und Artikel 9 (Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten) sind relevant. Die DSGVO legt fest, unter welchen Bedingungen personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. 2. **Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)**: In Deutschland ergänzt das BDSG die DSGVO und enthält spezifische Regelungen für die Verarbeitung personenbezogener Daten, einschließlich Nutzung von Datentreuhändern. 3. **Landesdatenschutzgesetze**: In den einzelnen Bundesländern können zusätzliche Regelungen gelten, die die Nutzung von Datentreuhändern in der wissenschaftlichen Forschung betreffen. 4. **Forschungsspezifische Gesetze und Verordnungen**: Je nach Forschungsbereich können weitere spezifische Regelungen gelten, wie z.B. das Gentechnikgesetz (GenTG) oder das Arzneimittelgesetz (AMG). Datentreuhänder werden eingesetzt, um die Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben zu gewährleisten und die Rechte der betroffenen Personen zu schützen.

Kategorie: Recht Tags: Recht Datenschutz Forschung

Verwandte Fragen

Welcher Anwalt hilft mir dabei?

Ohne das konkrete Rechtsproblem lässt sich kein „richtiger“ Anwalt benennen – entscheidend ist das Fachgebiet, weil ein falscher Anwalt Zeit und Geld kostet. Welcher Anwalt wof&...

Was passiert, wenn die Überwachungskamera des Nachbarn mich und mein Auto mitaufzeichnet?

Wenn die Kamera des Nachbarn dich oder dein Auto außerhalb seines eigenen Grundstücks mitfilmt, ist das in Deutschland meist unzulässig – und du kannst verlangen, dass die Erfass...

Ist „Willensvollstreckung“ ein offizieller Begriff oder frei definierbar?

„Willensvollstreckung“ ist kein üblicher offizieller Rechtsbegriff im deutschen Recht; wenn du ihn frei verwendest, wirkt er schnell unklar oder falsch. Gemeint ist fast immer entwede...

Kann eine datenschutzrechtliche Einwilligung nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO grundsätzlich für die Zukunft widerrufen werden?

Ja. Eine Einwilligung nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO ist grundsätzlich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufbar; die bis zum Widerruf erfolgte Verarbeitung bleibt aber rechtmäß...

Ist Mystery Shopping Auftragsverarbeitung?

Nicht automatisch. Mystery Shopping ist nur dann Auftragsverarbeitung, wenn der Dienstleister personenbezogene Daten ausschließlich weisungsgebunden für dein Unternehmen verarbeitet; bewert...

Sind Laden und Smartphone-Hersteller gemeinsame Verantwortliche, wenn ich im Geschäft Push-Angebote erhalte?

Nicht automatisch. Gemeinsame Verantwortlichkeit liegt nur vor, wenn Laden und Hersteller die konkrete Datenverarbeitung für die Push-Angebote gemeinsam über Zweck und wesentliche Mittel bes...

Kann man sagen, dass ein Betreuungsverfahren angestoßen wird?

Ja, das kann man sagen – idiomatischer und juristisch üblicher sind aber „ein Betreuungsverfahren wird eingeleitet“ oder „in Gang gesetzt“. „Angestoßen&l...

Darf der Vermieter persönliche Daten von Notfall-Schlüsselinhabern verlangen?

Nein. Der Vermieter darf nicht pauschal „vollständige persönliche Informationen“ über Dritte verlangen, die nur für einen Notfall einen Ersatzschlüssel haben solle...

Gilt das Wort „Wixer“ als Beleidigung?

Ja – „Wixer“ bzw. korrekt geschrieben „Wichser“ wird im Deutschen regelmäßig als Beleidigung verstanden, wenn du damit eine Person herabsetzt. Strafrechtlich k...

Heißt es einstweilige Anordnung oder einstweilige Verfügung?

Beides ist richtig, aber nicht dasselbe: Vor Gericht ist die „einstweilige Verfügung“ der typische Begriff im Zivilrecht, die „einstweilige Anordnung“ vor allem im Verwalt...