Historischer Kontext des Rechts auf Teilhabe behinderter Menschen?

Antwort

Das Recht auf Teilhabe für Menschen mit Behinderungen hat sich im Laufe der Geschichte erheblich entwickelt. Hier sind einige wichtige Meilensteine und Entwicklungen: 1. **Frühe Geschichte**: In vielen alten Kulturen wurden Menschen mit Behinderungen oft ausgegrenzt oder als minderwertig betrachtet. Es gab jedoch auch Gesellschaften, die sie unterstützten und integrierten. 2. **Mittelalter und Renaissance**: In dieser Zeit wurden Menschen mit Behinderungen häufig in speziellen Einrichtungen untergebracht, die oft eher Verwahranstalten als Orte der Unterstützung waren. 3. **19. Jahrhundert**: Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der modernen Medizin begann man, Behinderungen wissenschaftlich zu untersuchen. Es entstanden erste Ansätze zur Rehabilitation und Bildung für Menschen mit Behinderungen. 4. **20. Jahrhundert**: Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Bewusstsein für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden Bürgerrechtsbewegungen, die sich für die Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einsetzten. 5. **UN-Behindertenrechtskonvention (2006)**: Ein bedeutender Meilenstein war die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2008 in Kraft trat. Sie betont die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf volle und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. 6. **Nationale Gesetze und Initiativen**: Viele Länder haben Gesetze erlassen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. In Deutschland beispielsweise gibt es das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Diese Entwicklungen spiegeln einen Wandel von einer Sichtweise, die Behinderungen als Defizit betrachtete, hin zu einem Verständnis, das die Rechte und die Würde von Menschen mit Behinderungen betont und ihre volle Teilhabe an der Gesellschaft fördert.

Kategorie: Recht Tags: Recht Teilhabe Behinderte
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