Ab wann gehen bei einer Zwangsversteigerung die Pflichten für ein Grundstück auf den Erwerber über?

Antwort

Bei einer Zwangsversteigerung gehen die Pflichten für ein Grundstück grundsätzlich mit dem Zuschlag auf den Erwerber über. Der Zuschlag ist der gerichtliche Beschluss, mit dem das Eigentum am Grundstück auf den Meistbietenden übertragen wird (§ 90 ZVG – Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung). Ab diesem Zeitpunkt ist der Erwerber rechtlicher Eigentümer und trägt die damit verbundenen Pflichten, wie zum Beispiel: - Zahlung der Grundsteuer, - Verkehrssicherungspflichten, - Übernahme von Lasten und Beschränkungen, die im Grundbuch eingetragen sind und bestehen bleiben, - ggf. Übernahme von Miet- oder Pachtverhältnissen. Wichtige Ausnahme: Die Besitzübergabe (also das tatsächliche Verfügungsrecht über das Grundstück) kann sich verzögern, wenn der bisherige Eigentümer oder Dritte das Grundstück noch nutzen. In solchen Fällen muss der Erwerber ggf. eine Räumungsklage anstrengen. **Fazit:** Die rechtlichen Pflichten gehen mit dem Zuschlag, also dem Zeitpunkt der Eigentumsübertragung, auf den Ersteher über.

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