Was ist funktioneller Schwindel?

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Funktioneller Schwindel ist eine Form von Schwindel, bei der keine organische, also körperlich nachweisbare Ursache gefunden werden kann. Er wird auch als psychogener oder somatoformer Schwindel bezeichnet. Die Beschwerden sind für die Betroffenen sehr real und können den Alltag stark beeinträchtigen, obwohl keine Störung des Gleichgewichtsorgans, des Gehirns oder anderer körperlicher Strukturen vorliegt. Typische Merkmale funktionellen Schwindels: - **Schwindelgefühl**: Häufig als Benommenheit, Unsicherheit, Schwanken oder „wie auf Watte gehen“ beschrieben. - **Situationsabhängigkeit**: Die Beschwerden treten oft in bestimmten Situationen auf, z. B. in Menschenmengen, Supermärkten oder beim Autofahren. - **Begleiterscheinungen**: Häufig bestehen auch Angst, innere Unruhe oder depressive Verstimmungen. - **Keine organische Ursache**: Trotz ausführlicher Untersuchungen (z. B. HNO, Neurologie) findet sich keine körperliche Erklärung. Ursachen und Auslöser: - Psychische Belastungen, Stress oder Angststörungen - Überstandene organische Schwindelerkrankung, die sich „verselbständigt“ hat (z. B. nach einer Vestibularisneuritis) - Übermäßige Selbstbeobachtung und Sorge um die eigene Gesundheit Behandlungsmöglichkeiten: - **Aufklärung und Beratung**: Verständnis für die Erkrankung ist ein wichtiger erster Schritt. - **Psychotherapie**: Besonders kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, den Umgang mit den Beschwerden zu verbessern. - **Physiotherapie und Gleichgewichtstraining**: Bewegung und gezieltes Training können das Vertrauen in den eigenen Körper stärken. - **Medikamentöse Behandlung**: In manchen Fällen können Antidepressiva sinnvoll sein. Funktioneller Schwindel ist häufig, aber gut behandelbar. Eine frühzeitige Diagnose und ein ganzheitlicher Therapieansatz sind entscheidend für die Besserung der Beschwerden.

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