Was sind Völkerschauen?

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Völkerschauen waren Ausstellungen, bei denen Menschen aus außereuropäischen Regionen – meist aus Afrika, Asien, Ozeanien oder Amerika – in Europa und Nordamerika öffentlich zur Schau gestellt wurden. Diese Veranstaltungen fanden vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert statt. Die gezeigten Menschen wurden oft in nachgebauten „Dörfern“ oder „Landschaften“ präsentiert und sollten angeblich das „exotische Leben“ ihrer Herkunftsländer darstellen. Völkerschauen waren Teil eines kolonialen und rassistischen Weltbildes. Die Ausstellenden stellten die Menschen als „primitiv“ oder „wild“ dar und grenzten sie so von der europäischen Gesellschaft ab. Die gezeigten Personen wurden häufig entmenschlicht, ausgebeutet und unter schlechten Bedingungen gehalten. Völkerschauen dienten der Unterhaltung, aber auch pseudowissenschaftlichen Zwecken, etwa zur vermeintlichen „Rassenforschung“. Heutzutage werden Völkerschauen als Ausdruck von Rassismus und Kolonialismus verurteilt. Sie sind ein Beispiel für die problematische Geschichte des Umgangs mit Menschen aus anderen Kulturen in Europa und Nordamerika.