Manche sehen die Aufklärung als koloniales Projekt, weil viele ihrer zentralen Ideen und Praktiken eng mit der europäischen Expansion, Kolonialisierung und der damit verbundenen Unterdrü... [mehr]
Die Herrschaftspraxis der britischen Kolonialmacht in Indien zwischen 1920 und 1945 war geprägt von einer Mischung aus repressiver Kontrolle, politischen Reformen und wachsendem Widerstand der indischen Bevölkerung. **1. Repressive Maßnahmen:** Nach dem Ersten Weltkrieg verschärfte Großbritannien die Kontrolle über Indien, um Unruhen und Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterdrücken. Ein Beispiel ist das Rowlatt-Gesetz von 1919, das es erlaubte, Verdächtige ohne Gerichtsverfahren festzuhalten. Die blutige Niederschlagung von Protesten, etwa das Massaker von Amritsar 1919, zeigte die Härte der britischen Repression. **2. Politische Reformen:** Um den Forderungen nach mehr Selbstbestimmung entgegenzukommen, wurden Reformen eingeführt, wie die Government of India Acts von 1919 und 1935. Diese Gesetze erweiterten die Beteiligung Indiens an der Verwaltung, behielten aber die entscheidende Macht in britischer Hand. Die indischen Provinzen erhielten mehr Autonomie, aber die zentrale Kontrolle blieb britisch. **3. Umgang mit Widerstand:** Die britische Kolonialmacht reagierte auf die wachsende Unabhängigkeitsbewegung, angeführt vom Indian National Congress und Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi, mit wechselnden Strategien: Verhandlungen, Zugeständnisse, aber auch Verhaftungen und Gewalt. Die Massenbewegungen wie die Nichtkooperationsbewegung (1920–22), der Salzmarsch (1930) und die Quit-India-Bewegung (1942) wurden mit Repression beantwortet. **4. Wirtschaftliche Ausbeutung und Verwaltung:** Die britische Verwaltung setzte weiterhin auf wirtschaftliche Ausbeutung, etwa durch hohe Steuern und die Förderung von Exportkulturen. Die Verwaltung blieb bürokratisch und autoritär, mit einer kleinen britischen Elite an der Spitze. **5. Zweiter Weltkrieg:** Während des Zweiten Weltkriegs wurde Indien ohne Konsultation der indischen Führung in den Krieg einbezogen. Dies führte zu weiteren Spannungen und zur Radikalisierung der Unabhängigkeitsbewegung. **Fazit:** Die britische Herrschaftspraxis in Indien zwischen 1920 und 1945 war geprägt von einer Kombination aus repressiver Kontrolle, begrenzten Reformen und dem Versuch, die Kolonie trotz wachsender Unabhängigkeitsbewegung zu halten. Letztlich führten diese Praktiken zu einer weiteren Politisierung der indischen Gesellschaft und bereiteten den Weg für die Unabhängigkeit 1947. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Wikipedia: Britische Ostindien-Kompanie](https://de.wikipedia.org/wiki/Britische_Ostindien-Kompanie) und [Wikipedia: Britisch-Indien](https://de.wikipedia.org/wiki/Britisch-Indien).
Manche sehen die Aufklärung als koloniales Projekt, weil viele ihrer zentralen Ideen und Praktiken eng mit der europäischen Expansion, Kolonialisierung und der damit verbundenen Unterdrü... [mehr]