Was bedeutet 'zu Gunsten der Frau abgetreten' bei einer Quotenauszahlung und wer zahlt dann die Steuer, Ehemann oder Ehefrau?

Antwort vom

Die Formulierung „zu Gunsten der Frau abgetreten“ bei einer Quotenauszahlung bedeutet, dass der Anspruch auf die Auszahlung (zum Beispiel aus einer Lebensversicherung, einem Bausparvertrag oder einer ähnlichen Geldanlage) vom ursprünglichen Berechtigten – in diesem Fall meist dem Ehemann – an die Ehefrau übertragen wurde. Das heißt, die Frau erhält die Auszahlung direkt. **Steuerliche Behandlung:** Wer die Steuer auf die Auszahlung zahlen muss, hängt davon ab, wer als wirtschaftlicher Berechtigter gilt und wie die Abtretung erfolgt ist: - **Wurde die Auszahlung im Rahmen einer Scheidung oder Vermögensauseinandersetzung abgetreten:** Dann gilt die Frau als Empfängerin der Auszahlung. Sie muss die Auszahlung in ihrer Steuererklärung angeben, sofern sie steuerpflichtig ist (z. B. bei Kapitalerträgen). - **Handelt es sich um eine Schenkung:** Dann kann unter Umständen Schenkungssteuer anfallen, wenn die Freibeträge überschritten werden. - **Kapitalertragsteuer:** Bei Kapitalanlagen wird die Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) grundsätzlich von der auszahlenden Stelle (z. B. Bank, Versicherung) einbehalten und abgeführt – und zwar auf den Namen der Person, die die Auszahlung erhält, also der Ehefrau. **Fazit:** In der Regel zahlt diejenige Person die Steuer, die die Auszahlung tatsächlich erhält – in diesem Fall also die Ehefrau. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa bei Schenkungen oder besonderen vertraglichen Gestaltungen. Im Zweifel empfiehlt sich eine steuerliche Beratung, um die individuelle Situation korrekt zu beurteilen. Weitere Informationen findest du z. B. auf den Seiten des [Bundesfinanzministeriums](https://www.bundesfinanzministerium.de/) oder bei [Steuerberatersuchdiensten](https://www.dstv.de/).

Verwandte Fragen

Wie viele Jahre kann man Steuern zurückfordern?

In Deutschland kannst du eine freiwillige Steuererklärung in der Regel 4 Jahre rückwirkend abgeben und zu viel gezahlte Steuern zurückfordern. Für das Steuerjahr 2021 geht das also...

Welche steuerliche Teilfreistellung gilt für einen ETF?

Die steuerliche Teilfreistellung eines ETF hängt in Deutschland von seiner Fondskategorie ab: Aktienfonds: 30 % Teilfreistellung Voraussetzung: dauerhaft mindestens 51 % Aktienquote Mischfonds:...

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist das Formular, mit dem du dem Finanzamt eine neue selbstständige, freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit meldest. Danach vergibt das Finanzamt...

Ist das Deutschlandticket eine Betriebsausgabe?

Ja — das Deutschlandticket kann eine Betriebsausgabe sein, wenn es betrieblich veranlasst ist. Kurz: Selbständige/Freiberufler: abziehbar, soweit das Ticket für betriebliche Fahrten g...

Sind Flohmarktverkäufe steuerpflichtig?

Ja – manchmal, aber normale private Flohmarktverkäufe meist nicht. In Deutschland gilt: Verkaufst du gebrauchte Alltagsgegenstände aus deinem Privatbesitz, ist das in der Regel nicht e...

Muss gelegentliches Hundesitting versteuert werden?

Ja — gelegentliches Hundesitting kann steuerpflichtig sein, wenn du damit Einnahmen erzielst. Kurz gesagt: Unentgeltlich / Gefälligkeit: in der Regel nicht steuerpflichtig Gegen Bezahlung:...

Gibt es eine Teilfreistellung für Aktien?

Ja. Für Aktienfonds/ETFs gibt es in Deutschland eine Teilfreistellung (Investmentsteuerreform seit 2018): Ein Teil der Erträge (Ausschüttungen, Vorabpauschale, Gewinne aus dem Verkauf)...

Haben ETFs eine steuerliche Freistellung?

Ja. Für ETF gibt es in Deutschland eine steuerliche Teilfreistellung (Investmentsteuerreform seit 2018). Sie reduziert den steuerpflichtigen Anteil bestimmter Erträge (z. B. Ausschüttun...