Warum verwendet man 1-Alpha statt Alpha in Berechnungen?

Antwort

In der Statistik, insbesondere bei Hypothesentests und Konfidenzintervallen, begegnet man häufig den Begriffen **α (Alpha)** und **1-α**. Sie stehen für unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten: - **α (Alpha)** ist das Signifikanzniveau, also die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler 1. Art (fälschliches Ablehnen der Nullhypothese) zu machen. Typischerweise wählt man z.B. α = 0,05 (5%). - **1-α** ist das sogenannte **Konfidenzniveau** oder **Vertrauensniveau**. Es gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit das wahre Ergebnis (z.B. der wahre Mittelwert) im berechneten Konfidenzintervall liegt. **Warum rechnet man mit 1-α und nicht mit α?** Wenn du z.B. ein 95%-Konfidenzintervall berechnen möchtest, möchtest du ein Intervall angeben, das mit 95% Wahrscheinlichkeit den wahren Wert enthält. Das bedeutet, dass du bereit bist, in 5% der Fälle (α = 0,05) falsch zu liegen. Das Konfidenzniveau ist also **1-α** (z.B. 0,95). **Zusammengefasst:** - Mit **α** gibst du die Fehlerwahrscheinlichkeit an. - Mit **1-α** gibst du die Wahrscheinlichkeit an, dass dein Intervall den wahren Wert enthält (Vertrauensniveau). - Da du meist wissen willst, wie sicher du dir sein kannst, rechnest du mit **1-α**. **Beispiel:** Ein 95%-Konfidenzintervall entspricht einem α von 0,05. Das Intervall deckt also 1-α = 0,95 = 95% der möglichen Stichproben ab. Weitere Infos findest du z.B. bei [Wikipedia: Konfidenzintervall](https://de.wikipedia.org/wiki/Konfidenzintervall).

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