Wie definiert Bourdieu den Kapitalbegriff?

Antwort

Bei Pierre Bourdieu bezeichnet der Kapitalbegriff nicht nur ökonomisches Kapital (Geld, Besitz), sondern umfasst verschiedene Formen von Ressourcen, die Individuen oder Gruppen in sozialen Feldern einsetzen können, um Macht und Einfluss zu gewinnen. Bourdieu unterscheidet insbesondere vier Kapitalarten: 1. **Ökonomisches Kapital**: Materielle Ressourcen wie Geld, Eigentum und Vermögen. 2. **Kulturelles Kapital**: Bildung, Wissen, Fähigkeiten, kulturelle Kompetenzen und Qualifikationen. Es kann in drei Zuständen vorliegen: inkorporiert (z.B. Bildung, Habitus), objektiviert (z.B. Bücher, Kunstwerke) und institutionalisiert (z.B. Bildungsabschlüsse). 3. **Soziales Kapital**: Soziale Beziehungen, Netzwerke und Mitgliedschaften, die Zugang zu Ressourcen verschaffen. 4. **Symbolisches Kapital**: Anerkennung, Prestige und Ehre, die aus den anderen Kapitalformen resultieren können. Diese Kapitalformen sind zentral für Bourdieus Theorie sozialer Ungleichheit, da sie erklären, wie Macht und soziale Positionen in der Gesellschaft verteilt und reproduziert werden.

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