Warum bietet die Häufigkeitsanalyse weiterhin eine Angriffsmöglichkeit?

Antwort

Die Häufigkeitsanalyse bietet immer noch eine Angriffsmöglichkeit, weil viele Verschlüsselungsverfahren – insbesondere einfache, monoalphabetische Substitutionsverfahren – die charakteristische Häufigkeitsverteilung von Buchstaben in einer Sprache nicht ausreichend verschleiern. In natürlichen Sprachen wie Deutsch oder Englisch kommen bestimmte Buchstaben (z. B. „E“ im Deutschen) deutlich häufiger vor als andere. Wenn ein Angreifer einen verschlüsselten Text abfängt, kann er die Häufigkeit der einzelnen Zeichen im Geheimtext mit den typischen Häufigkeiten der Buchstaben in der Zielsprache vergleichen. So lassen sich Rückschlüsse auf die Zuordnung von Geheimtext- zu Klartextzeichen ziehen. Selbst bei komplexeren Verschlüsselungen, bei denen die Buchstabenhäufigkeit nicht direkt erhalten bleibt, können statistische Methoden wie die Häufigkeitsanalyse auf Buchstabengruppen (z. B. Digramme oder Trigramme) oder andere Muster angewendet werden. Solange ein Verschlüsselungsverfahren keine perfekte Gleichverteilung der Zeichen im Geheimtext erzeugt (wie z. B. das One-Time-Pad), bleibt die Häufigkeitsanalyse ein potenzieller Angriffsvektor. Moderne Kryptografie setzt daher auf Verfahren, die solche statistischen Angriffe verhindern.

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