Was bedeutet Dualität im Vajrayana?

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Im Vajrayana-Buddhismus bezeichnet „Dualität“ die Unterscheidung zwischen Gegensätzen wie Subjekt und Objekt, Ich und Andere, Gut und Böse oder Samsara und Nirvana. Diese dualistische Wahrnehmung wird als grundlegende Illusion betrachtet, die zur Entstehung von Leiden und Unwissenheit führt. Im Vajrayana wird gelehrt, dass die wahre Natur der Wirklichkeit „nicht-dual“ ist. Das bedeutet, dass alle scheinbaren Gegensätze letztlich leer von eigenständiger Existenz sind und in ihrer Essenz untrennbar miteinander verbunden sind. Die Praxis im Vajrayana zielt darauf ab, diese Dualität zu transzendieren und die Einheit von Weisheit (Erkennen der Leerheit) und Methode (Mitgefühl, Handeln) direkt zu erfahren. Ein zentrales Ziel ist es also, die gewohnte dualistische Sichtweise zu überwinden und die Wirklichkeit in ihrer nicht-dualen Natur zu erkennen.

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