Sind Versicherungskündigungen per E-Mail rechtlich zulässig?

Antwort vom

Ja, seit dem 1. Oktober 2016 sind Versicherungskündigungen in Deutschland grundsätzlich auch per E-Mail rechtlich zulässig. Das regelt § 127 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 126b BGB. Die sogenannte „Textform“ reicht für die meisten Versicherungsverträge aus, sodass eine Kündigung per E-Mail, Fax oder sogar SMS möglich ist. Eine eigenhändige Unterschrift ist nicht mehr erforderlich. Ausnahmen gibt es nur, wenn im Vertrag ausdrücklich eine strengere Form (z. B. Schriftform mit Unterschrift) vereinbart wurde oder es sich um spezielle Versicherungsarten handelt, bei denen gesetzlich eine andere Form vorgeschrieben ist. Das ist aber bei den meisten Standardversicherungen (z. B. Kfz-, Hausrat-, Haftpflichtversicherung) nicht der Fall. Wichtig: Die Kündigung muss alle notwendigen Angaben enthalten (z. B. Name, Adresse, Versicherungsnummer) und rechtzeitig beim Versicherer eingehen. Ein Nachweis über den Versand (z. B. durch eine Lesebestätigung oder einen Screenshot) ist empfehlenswert. Weitere Informationen findest du z. B. bei der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/versicherung/versicherungsvertrag-kuendigen-so-gehts-13213

Verwandte Fragen

Wann darf ein Vermieter nach schweizerischem Mietrecht statt mit drei Monaten schon mit einem Monat kündigen?

Bei einer Wohnung darf der Vermieter die normale 3‑Monatsfrist nicht einfach auf 1 Monat verkürzen; eine Kündigung mit 30 Tagen ist nur als ausserordentliche Kündigung in gesetzlich ger...

Kann ein befristetes Dienstverhältnis in Österreich durch Dienstnehmerkündigung beendet werden?

Grundsätzlich nein: Ein befristetes Dienstverhältnis in Österreich endet automatisch mit dem vereinbarten Endtermin und kann vom Dienstnehmer nicht einfach ordentlich gekündigt wer...

Darf ich in einem Auto ohne Insassenunfallversicherung mitfahren?

Ja. Du darfst in einem Auto ohne Insassenunfallversicherung mitfahren – verboten ist das nicht. Entscheidend ist aber: Bei einem Unfall bekommst du trotzdem nicht „automatisch nichts&ldquo...

Muss ein Arbeitnehmer ein Arbeitnehmerdarlehen bei einer betriebsbedingten Kündigung in einer Summe zurückzahlen?

Nein: Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss ein Arbeitnehmerdarlehen in der Regel nicht automatisch sofort in einer Summe zurückgezahlt werden. Entscheidend ist der Darlehensvertrag &nd...

Ab wann kann häufige Krankheit zur Kündigung führen?

Nein: Es gibt keine feste Grenze nach dem Motto „sechs Wochen krank pro Jahr = Kündigung erlaubt“. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist in Deutschland erst dann wirksam, wenn zu...

Wie sind Mitwirkungsrechte bei einer Kündigung geregelt?

Bei einer Kündigung gibt es keine pauschalen „Mitwirkungsrechte“ für Arbeitnehmer oder Betriebsrat; entscheidend ist, wer kündigt und welcher Schutz greift. Praktisch am wic...

Welche Paragraphen schließen die Kündigung einer schwangeren Mitarbeiterin aus?

Eine Kündigung einer schwangeren Mitarbeiterin ist in Deutschland grundsätzlich ab dem Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung verboten; maßgeblich ist vor allem...

Ist die Kündigung einer schwangeren Mitarbeiterin möglich?

Ja – aber praktisch nur in seltenen Ausnahmefällen und fast nie ohne behördliche Zustimmung. Eine Kündigung während der Schwangerschaft ist in Deutschland grundsätzlich...

Wie lange bekommt man nach einer Kündigung kein Arbeitslosengeld?

Wenn du selbst kündigst, gibt es beim Arbeitslosengeld I in Deutschland meist eine Sperrzeit von 12 Wochen. In dieser Zeit bekommst du kein ALG I. Außerdem kann sich die Gesamtdauer des Ans...

Wie schreibe ich eine Kündigung des Arbeitsvertrags?

Eine Kündigung des Arbeitsvertrags sollte kurz, klar und schriftlich sein. Muster: Max Mustermann Musterstraße 1 12345 Musterstadt Firma Beispiel GmbH Personalabteilung Beispielweg...