Erfüllt das bewusste Vorenthalten von Gerichtsunterlagen den Tatbestand der Urkundenunterdrückung nach § 274 StGB?

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Das bewusste Vorenthalten von Gerichtsunterlagen wie dem Geschäftsverteilungsplan (GVP) oder Protokollen kann unter bestimmten Umständen den Tatbestand der Urkundenunterdrückung gemäß § 274 StGB erfüllen, allerdings nur, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. § 274 StGB („Urkundenunterdrückung“) bestraft, wer eine Urkunde, die ihm nicht oder nicht ausschließlich gehört, vernichtet, beschädigt oder unterdrückt, um einem anderen Nachteil zuzufügen. Wichtige Voraussetzungen sind: - Es muss sich um eine „Urkunde“ im Sinne des Gesetzes handeln (GVP und Protokolle sind in der Regel Urkunden). - Die Urkunde muss „nicht oder nicht ausschließlich“ dem Täter gehören (bei amtlichen Unterlagen ist das regelmäßig der Fall). - Das „Unterdrücken“ bedeutet, dass der Berechtigte die Urkunde nicht mehr gebrauchen kann, z.B. durch bewusstes Vorenthalten. - Es muss ein Nachteil für einen anderen entstehen oder beabsichtigt sein. Fazit: Das bewusste Vorenthalten von Gerichtsunterlagen kann den Tatbestand der Urkundenunterdrückung erfüllen, wenn die genannten Voraussetzungen vorliegen. Es kommt jedoch immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Eine abschließende rechtliche Bewertung sollte durch eine juristische Fachperson erfolgen. Weitere Informationen findest du im [§ 274 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__274.html).

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