Was ist EMDR?

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EMDR steht für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ (auf Deutsch: „Augenbewegungs-Desensibilisierung und Wiederaufarbeitung“). Es handelt sich um eine psychotherapeutische Methode, die vor allem zur Behandlung von Traumafolgestörungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt wird. Das zentrale Element von EMDR ist die bilaterale Stimulation, meist durch geführte Augenbewegungen: Die betroffene Person folgt mit den Augen den Fingern der Therapeutin oder des Therapeuten, die sich schnell von rechts nach links bewegen. Alternativ können auch akustische oder taktile Reize eingesetzt werden. Während dieser Stimulation wird die Person gebeten, sich an das belastende Ereignis zu erinnern. Ziel ist es, die Verarbeitung der traumatischen Erinnerung im Gehirn zu fördern, sodass die damit verbundenen belastenden Gefühle und Gedanken nachlassen. EMDR basiert auf der Annahme, dass Traumata manchmal nicht richtig verarbeitet werden und so weiterhin psychische Beschwerden verursachen. Die Wirksamkeit von EMDR ist wissenschaftlich gut belegt, insbesondere bei der Behandlung von PTBS. Die Methode wird aber auch bei anderen psychischen Störungen wie Angststörungen oder Depressionen eingesetzt. Weitere Informationen findest du beispielsweise auf der Seite der [EMDRIA Deutschland e.V.](https://emdria.de/).

Kategorie: Psychologie Tags: EMDR Therapie Trauma

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