Mit dem Begriff „Postkolonialismus“ meinen Linke in der Regel eine kritische Auseinandersetzung mit den anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus auf Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und... [mehr]
Die Frage, warum manche Menschen Israel als „siedlungskoloniales Projekt“ kritisieren und seine Existenz infrage stellen, während ähnliche Kritik an den USA seltener in dieser Form geäußert wird, ist komplex und hat verschiedene historische, politische und gesellschaftliche Gründe: 1. **Historische Zeiträume:** Die Gründung der USA als Staat liegt über 200 Jahre zurück, während die Gründung Israels 1948 stattfand. Viele indigene Völker in den USA wurden bereits im 19. Jahrhundert verdrängt oder ausgelöscht, sodass die aktuelle politische Realität als „gegeben“ wahrgenommen wird. Israel hingegen ist ein jüngerer Staat, und der Konflikt mit den Palästinensern ist weiterhin sehr präsent. 2. **Aktualität des Konflikts:** Der israelisch-palästinensische Konflikt ist bis heute ungelöst und mit aktuellen Menschenrechtsverletzungen, Siedlungsbau und Vertreibungen verbunden. In den USA gibt es zwar weiterhin Diskussionen um die Rechte indigener Völker, aber die meisten Landkonflikte sind historisch abgeschlossen. 3. **Internationale Politik:** Israel steht im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit, insbesondere durch die Rolle westlicher Staaten bei seiner Gründung und Unterstützung. Die USA sind eine Weltmacht, deren Existenz kaum infrage gestellt wird, während Israel als kleinerer Staat häufiger Ziel politischer Kampagnen ist. 4. **Unterschiedliche Bewegungen:** Es gibt durchaus Bewegungen, die auch die USA als „siedlungskolonial“ bezeichnen und die Rechte indigener Völker einfordern (z.B. [Land Back](https://landback.org/)). Allerdings fordern diese Bewegungen meist nicht die „Abschaffung“ der USA, sondern Gerechtigkeit, Anerkennung und Rückgabe von Land. 5. **Politische und moralische Maßstäbe:** Manche Kritiker Israels argumentieren, dass die fortgesetzte Besatzung und Siedlungspolitik ein aktives siedlungskoloniales Projekt darstellt, während die USA als „abgeschlossenes“ Beispiel gesehen werden. Das ist jedoch umstritten und wird von anderen als Doppelmoral kritisiert. 6. **Antisemitismus-Vorwurf:** Die Forderung nach der „Abschaffung“ Israels wird oft als antisemitisch kritisiert, da sie das Recht auf Selbstbestimmung des jüdischen Volkes infrage stellt. Die USA werden selten in dieser Weise delegitimiert. Zusammengefasst: Die unterschiedliche Behandlung hängt mit historischen Zeiträumen, der Aktualität der Konflikte, politischer Aufmerksamkeit und unterschiedlichen Bewegungen zusammen. Es gibt aber auch Kritik an dieser Ungleichbehandlung und den dahinterstehenden Motiven.
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