Die Frage, ob Gott sich mit irdischer Vernunft erklären oder beweisen ließe und ob er dann noch Gott wäre, berührt einenen Punkt der Theologie und Philosophie. Viele Denker argume... [mehr]
Der ontologische Gottesbeweis ist ein philosophisches Argument für die Existenz Gottes, das auf der Definition Gottes als dem vollkommenen Wesen basiert. Der bekannteste Vertreter dieses Arguments ist Anselm von Canterbury, der im 11. Jahrhundert lebte. Hier ist eine ausführliche Erklärung des ontologischen Gottesbeweises: 1. **Definition Gottes**: Anselm definiert Gott als das größte denkbare Wesen, das nichts Größeres gedacht werden kann. Diese Definition ist zentral für den Beweis, da sie die Grundlage für die Argumentation bildet. 2. **Existenz in der Vorstellung**: Anselm argumentiert, dass selbst der Atheist, der nicht an Gott glaubt, die Vorstellung eines solchen Wesens in seinem Geist hat. Das bedeutet, dass Gott in der Vorstellung existiert. 3. **Existenz in der Realität**: Anselm führt weiter aus, dass es eine höhere Form der Existenz gibt, nämlich die Existenz in der Realität. Ein Wesen, das in der Realität existiert, ist größer als eines, das nur in der Vorstellung existiert. 4. **Schlussfolgerung**: Wenn Gott das größte denkbare Wesen ist und nur in der Vorstellung existiert, dann könnte man sich ein noch größeres Wesen vorstellen, das auch in der Realität existiert. Das würde im Widerspruch zur Definition Gottes stehen. Daher muss Gott auch in der Realität existieren. 5. **Kritik und Gegenargumente**: Der ontologische Gottesbeweis wurde von verschiedenen Philosophen kritisiert. René Descartes, der das Argument später wieder aufgriff, versuchte, es zu verteidigen, während Immanuel Kant argumentierte, dass Existenz kein Prädikat sei und daher nicht zur Definition eines Wesens hinzugefügt werden könne. 6. **Moderne Interpretationen**: In der modernen Philosophie gibt es verschiedene Ansätze zur Diskussion des ontologischen Gottesbeweises. Einige Philosophen versuchen, das Argument zu reformulieren oder zu stärken, während andere es als unzureichend erachten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ontologische Gottesbeweis ein faszinierendes und umstrittenes Argument ist, das die Beziehung zwischen Definition, Vorstellung und Existenz untersucht.
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