„Palpabel“ bedeutet: tastbar, fühlbar oder deutlich wahrnehmbar. In der Medizin heißt es meist, dass etwas bei der Untersuchung mit der Hand ertastet werden kann; übertrage...
Wie sieht der psychopathologische Befund bei Demenz aus?
Antwort vomDer psychopathologische Befund bei Demenz beschreibt die charakteristischen Veränderungen im Erleben, Verhalten und Denken, die im Rahmen einer demenziellen Erkrankung auftreten können. Typische Befunde sind: **1. Bewusstseinslage:** Meist klar, im fortgeschrittenen Stadium evtl. Eintrübung. **2. Orientierung:** Störungen der zeitlichen, örtlichen, situativen und später auch der persönlichen Orientierung sind häufig. **3. Aufmerksamkeit und Konzentration:** Deutlich vermindert, schnelle Ermüdbarkeit, Ablenkbarkeit. **4. Gedächtnis:** Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist früh gestört, später auch das Langzeitgedächtnis. **5. Formales Denken:** Verlangsamung, Umständlichkeit, Perseverationen, Denkhemmung. **6. Inhaltliches Denken:** Wahnideen (z.B. Verfolgungswahn, Verkennungen) können auftreten, besonders bei fortgeschrittener Demenz. **7. Wahrnehmung:** Optische oder akustische Halluzinationen sind möglich, besonders bei Lewy-Body-Demenz. **8. Affekt:** Affektlabilität, Affektverflachung, depressive oder ängstliche Verstimmungen, Reizbarkeit. **9. Antrieb und Psychomotorik:** Antriebsminderung oder -steigerung, Unruhe, Nesteln, Umherwandern (Wandering). **10. Sprache:** Wortfindungsstörungen, Paraphasien, Sprachverarmung, im Verlauf Mutismus möglich. **11. Ich-Störungen:** Selten, aber im Verlauf evtl. Depersonalisation oder Derealisation. **12. Sozialverhalten:** Enthemmung, Aggressivität, Misstrauen, sozial unangemessenes Verhalten. Der psychopathologische Befund sollte immer individuell und unter Berücksichtigung des Demenzstadiums erhoben werden.
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