Was ist der Pathomechanismus des DAWN-Phänomens?

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Das DAWN-Phänomen (auch als Morgendämmerungsphänomen bekannt) bezieht sich auf einen Anstieg des Blutzuckerspiegels in den frühen Morgenstunden, typischerweise zwischen 2:00 und 8:00 Uhr, bei Menschen mit Diabetes. Der Pathomechanismus dieses Phänomens ist komplex und umfasst mehrere Faktoren: 1. **Hormonelle Veränderungen**: In den frühen Morgenstunden kommt es zu einem Anstieg bestimmter Hormone wie Wachstumshormon, Cortisol, Glukagon und Adrenalin. Diese Hormone fördern die Glukoseproduktion in der Leber und reduzieren die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin. 2. **Verminderte Insulinwirkung**: Während der Nacht kann die Insulinempfindlichkeit abnehmen, was bedeutet, dass das Insulin weniger effektiv ist, um den Blutzuckerspiegel zu senken. 3. **Gluconeogenese und Glykogenolyse**: Die Leber produziert durch Gluconeogenese (Neubildung von Glukose) und Glykogenolyse (Abbau von Glykogen zu Glukose) mehr Glukose, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Diese Faktoren zusammen führen dazu, dass der Blutzuckerspiegel am Morgen höher ist als erwartet, selbst wenn keine Nahrungsaufnahme stattgefunden hat. Das DAWN-Phänomen ist besonders bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes relevant, da ihr Körper nicht in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel effektiv zu regulieren.

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