Was sind Depersonalisationserleben und Derealisation bei Frauen infolge hormoneller Schwankungen?

Antwort

Depersonalisationserleben und Derealisation sind psychische Phänomene, die häufig gemeinsam auftreten und als sogenannte Dissoziationssymptome bezeichnet werden. **Depersonalisation** beschreibt das Gefühl, sich selbst fremd zu sein oder sich wie ein außenstehender Beobachter der eigenen Gedanken, Gefühle, des Körpers oder Verhaltens zu erleben. Betroffene berichten oft, sie fühlten sich „wie neben sich stehend“ oder „wie in Watte gepackt“. **Derealisation** hingegen bezieht sich auf die Wahrnehmung der Umwelt: Die Umgebung erscheint unwirklich, fremd, wie durch einen Schleier oder wie in einem Traum. Beide Zustände sind keine eigenständigen Erkrankungen, sondern Symptome, die im Rahmen verschiedener psychischer Störungen auftreten können, zum Beispiel bei Angststörungen, Panikattacken, Depressionen oder auch als Reaktion auf starken Stress. **Hormonelle Schwankungen** – wie sie etwa im Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren auftreten – können das psychische Gleichgewicht beeinflussen. Besonders Frauen sind in diesen Phasen anfälliger für Stimmungsschwankungen, Angstzustände und eben auch für Depersonalisation und Derealisation. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, aber hormonelle Veränderungen wirken sich auf die Neurotransmitter im Gehirn aus, die wiederum das emotionale Erleben und die Stressverarbeitung beeinflussen. **Zusammenhang mit Angstzuständen:** Depersonalisation und Derealisation treten häufig im Zusammenhang mit Angst oder Panik auf. Sie können als Schutzmechanismus des Gehirns verstanden werden, um bei starker Überforderung oder Angst das emotionale Erleben „abzuschwächen“. Hormonelle Schwankungen können die Anfälligkeit für solche Angstzustände erhöhen und damit auch das Auftreten von Depersonalisation und Derealisation begünstigen. **Fazit:** Depersonalisationserleben und Derealisation sind häufige, meist vorübergehende Symptome, die durch hormonelle Schwankungen – insbesondere bei Frauen – getriggert oder verstärkt werden können, oft im Zusammenhang mit Angstzuständen. Bei anhaltenden oder stark belastenden Symptomen sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

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