Was waren die Kinderkreuzzüge?

Antwort

Die sogenannten Kinderkreuzzüge waren zwei große, aber historisch schwer fassbare Bewegungen im Jahr 1212, bei denen sich Tausende Kinder und Jugendliche aus Frankreich und Deutschland auf den Weg ins Heilige Land machten. Ihr Ziel war es, Jerusalem friedlich – also ohne Waffen – von den Muslimen zurückzuerobern. Die Bewegungen waren jedoch schlecht organisiert, und viele Teilnehmer kamen nie an. Viele starben unterwegs an Hunger, Erschöpfung oder wurden Opfer von Sklavenhändlern. Historiker sind sich heute uneinig, wie viele Kinder tatsächlich beteiligt waren und ob es sich wirklich um reine Kindergruppen handelte. Wahrscheinlich waren auch viele Jugendliche und Erwachsene dabei. Die Berichte über die Kinderkreuzzüge sind von Legenden und Mythen durchzogen, was eine genaue Rekonstruktion erschwert. Die Kinderkreuzzüge gelten als tragisches Kapitel der Kreuzzugsgeschichte und zeigen, wie stark religiöser Eifer und Hoffnung auf Wunder im Mittelalter Menschen bewegen konnten.

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