Beim Massaker von Lidice in der Tschechoslowakei im Juni 1942 spielte der Lebensborn e. V. eine zentrale Rolle bei der sogenannten „Germanisierung“ der überlebenden Kinder. Nach der E... [mehr]
Der Lebensborn e.V. war eine Organisation, die 1935 im nationalsozialistischen Deutschland gegründet wurde. Ihr Ziel war es, die Geburtenrate "arischer" Kinder zu erhöhen und die nationalsozialistische Rassenideologie umzusetzen. Neben der Unterstützung "rassenideologisch wertvoller" Mütter und Kinder war der Lebensborn auch an der Verschleppung von Kindern aus den besetzten Gebieten beteiligt. **Vorgehensweise bei der Verschleppung geeigneter Kinder:** 1. **Auswahl der Kinder:** In den besetzten Gebieten, insbesondere in Polen, der Tschechoslowakei und anderen osteuropäischen Ländern, wurden Kinder systematisch auf ihre "rassische Eignung" untersucht. Kriterien waren u.a. äußere Merkmale wie Haarfarbe, Augenfarbe, Kopfform und andere pseudowissenschaftliche Methoden. 2. **Trennung von den Familien:** Kinder, die als "rassisch wertvoll" eingestuft wurden, wurden gewaltsam von ihren Familien getrennt. Die Eltern wurden häufig getäuscht oder unter Druck gesetzt, manchmal wurden sie auch ermordet oder in Konzentrationslager deportiert. 3. **Transport nach Deutschland:** Die ausgewählten Kinder wurden nach Deutschland gebracht, oft unter schlechten Bedingungen und ohne Kontakt zu ihren Familien. 4. **Germanisierung:** In Deutschland wurden die Kinder in Heimen, Pflegefamilien oder direkt in Lebensborn-Heimen untergebracht. Sie erhielten neue Namen, ihre Herkunft wurde verschleiert, und sie wurden einer gezielten "Germanisierung" unterzogen, um sie in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. 5. **Adoption:** Viele dieser Kinder wurden schließlich von deutschen Familien adoptiert, ohne dass sie oder ihre Adoptiveltern über die wahre Herkunft informiert wurden. **Historische Bewertung:** Diese Praxis war ein schwerwiegender Verstoß gegen die Menschenrechte und wird heute als Teil der NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachtet. Viele der verschleppten Kinder litten ihr Leben lang unter den Folgen dieser Maßnahmen. Weitere Informationen findest du z.B. beim [Deutschen Historischen Museum](https://www.dhm.de/lemo/lexikon/lebensborn) oder bei der [Bundeszentrale für politische Bildung](https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus/dossier-nationalsozialismus/39513/lebensborn/).
Beim Massaker von Lidice in der Tschechoslowakei im Juni 1942 spielte der Lebensborn e. V. eine zentrale Rolle bei der sogenannten „Germanisierung“ der überlebenden Kinder. Nach der E... [mehr]
Ja, in der Zeit des Nationalsozialismus gab es spezielle Konzentrationslager (KZs) und Lagerabteilungen, die gezielt für Kinder und Jugendliche eingerichtet wurden. Diese werden oft als „Ki... [mehr]
Die sogenannten Kinderkreuzzüge waren zwei große, aber historisch schwer fassbare Bewegungen im Jahr 1212, bei denen sich Tausende Kinder und Jugendliche aus Frankreich und Deutschland auf... [mehr]