Ja, das kann man so sagen. Im Mittelalter war die Art der Kleidung stark durch die jeweilige Gesellschaftsschicht vorgeschrieben und geregelt. Es gab sogenannte Kleiderordnungen (auch „Kleiderge... [mehr]
Im europäischen Mittelalter war die offizielle Haltung gegenüber homosexuellen Beziehungen meist ablehnend, insbesondere durch die Kirche und das kanonische Recht. Dennoch gab es Milieus und Kontexte, in denen informelle homosexuelle Beziehungen zumindest zeitweise oder teilweise toleriert oder geduldet wurden. Wahrscheinlich ist eine gewisse Toleranz in folgenden mittelalterlichen Milieus: 1. **Klösterliche Gemeinschaften** In Männerklöstern lebten viele Männer eng zusammen, oft über Jahrzehnte. Es gibt zahlreiche Hinweise in Klosterregeln und Bußbüchern, dass sexuelle Kontakte zwischen Mönchen vorkamen. Die Existenz spezifischer Verbote und Bußvorschriften deutet darauf hin, dass solche Beziehungen nicht ungewöhnlich waren, auch wenn sie offiziell nicht toleriert wurden. In manchen Klöstern herrschte vermutlich eine gewisse stillschweigende Duldung, solange Diskretion gewahrt wurde. 2. **Höfe und Adelskreise** An Fürstenhöfen und in Adelskreisen gab es enge Männerfreundschaften, die manchmal homoerotische Züge trugen. Die Grenzen zwischen intensiver Freundschaft und Sexualität waren fließend, und solange keine öffentliche Skandalisierung stattfand, konnten solche Beziehungen informell toleriert werden. Beispiele finden sich etwa in der höfischen Literatur (Minnesang, Ritterromane). 3. **Städtische Subkulturen** In größeren mittelalterlichen Städten gab es Subkulturen, in denen sich Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen begegnen konnten, etwa in Badehäusern oder bestimmten Handwerkszünften. Die Strafverfolgung war oft von der jeweiligen Stadtpolitik und dem sozialen Status der Beteiligten abhängig. 4. **Militärische Gemeinschaften** In Söldnerheeren, Ritterorden oder bei fahrenden Rittern lebten Männer oft lange Zeit ohne weibliche Gesellschaft zusammen. Auch hier gibt es Hinweise auf homoerotische Beziehungen, die zumindest innerhalb der Gruppe informell toleriert wurden, solange sie nicht öffentlich wurden. **Wichtig:** Toleranz bedeutete im Mittelalter meist keine gesellschaftliche Akzeptanz im heutigen Sinn, sondern eher ein Wegsehen oder eine pragmatische Duldung, solange keine öffentliche Aufmerksamkeit entstand. Die Haltung konnte je nach Zeit, Ort und sozialem Kontext stark variieren. Weiterführende Literatur: - John Boswell: *Christianity, Social Tolerance, and Homosexuality* - Mark Jordan: *The Invention of Sodomy in Christian Theology* - Vern L. Bullough: *Before Stonewall: Activists for Gay and Lesbian Rights in Historical Context* Mehr zum Thema: [Wikipedia: Homosexualität im Mittelalter](https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_Mittelalter)
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Ja, das kann man so sagen. Im Mittelalter war die Art der Kleidung stark durch die jeweilige Gesellschaftsschicht vorgeschrieben und geregelt. Es gab sogenannte Kleiderordnungen, die genau festlegten,... [mehr]
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