Warum und wann trat Frankreich gegen die Habsburger im Dreißigjährigen Krieg ein?

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Frankreich ist 1635 offiziell in den Dreißigjährigen Krieg eingetreten, also etwa 17 Jahre nach dessen Beginn (1618). Der Hauptgrund war das Machtstreben Frankreichs und die Sorge vor einer Hegemonie der Habsburger, die sowohl das Heilige Römische Reich (deutscher Zweig) als auch Spanien (spanischer Zweig) beherrschten. Frankreich war zwar katholisch, unterstützte aber schon vorher protestantische Mächte wie Schweden und die Niederlande finanziell und diplomatisch, um die Habsburger zu schwächen. Als Schweden militärisch ins Hintertreffen geriet und die Habsburger ihre Macht in Mitteleuropa ausbauten, sah Frankreich seine eigenen Interessen bedroht. Deshalb erklärte Frankreich 1635 Spanien den Krieg und griff kurz darauf auch direkt in die Kämpfe im Reich ein. Ziel war es, die habsburgische Umklammerung Frankreichs zu durchbrechen und das europäische Gleichgewicht zu sichern. Zusammengefasst: Frankreich trat 1635 in den Krieg ein, um die habsburgische Vorherrschaft in Europa zu verhindern und die eigene Machtposition zu stärken.

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