Woher hatte Wallenstein das Geld für seine Kriege?

Antwort

Wallenstein, einer der bedeutendsten Feldherren im Dreißigjährigen Krieg, finanzierte seine Kriegsführung vor allem durch ein System, das als "Kriegsunternehmertum" bezeichnet wird. Er nutzte dabei mehrere Quellen: 1. **Eigener Reichtum:** Wallenstein war bereits vor dem Krieg ein sehr wohlhabender Adliger. Durch geschickte Heiraten, Erbschaften und den Kauf von konfiszierten Gütern (vor allem nach der Enteignung protestantischer Adliger in Böhmen) hatte er ein großes Vermögen und umfangreiche Ländereien angehäuft. 2. **Kontributionen und Kriegssteuern:** Wallenstein verlangte von den von ihm besetzten Gebieten sogenannte Kontributionen, also Zwangsabgaben, mit denen er seine Armee versorgte und bezahlte. Die Bevölkerung musste Geld, Lebensmittel und andere Ressourcen abgeben. 3. **Plünderungen:** Seine Truppen finanzierten sich teilweise auch durch Plünderungen und das Eintreiben von "Brandschatzungen" – Städte und Dörfer mussten zahlen, um nicht zerstört zu werden. 4. **Kaiserliche Privilegien:** Wallenstein erhielt vom Kaiser weitreichende Vollmachten, darunter das Recht, selbständig Truppen anzuwerben und zu unterhalten. Im Gegenzug versprach er, das kaiserliche Heer auf eigene Kosten auszurüsten und zu versorgen. Dafür erhielt er auch Einnahmen aus kaiserlichen Domänen und gelegentlich direkte Geldzahlungen. 5. **Kredite und Investoren:** Wallenstein nahm auch Kredite auf und gewann Investoren, die sich an der Kriegsfinanzierung beteiligten, in der Hoffnung auf spätere Gewinne durch Beute oder Landzuweisungen. Durch diese Methoden gelang es Wallenstein, riesige Heere aufzustellen und zu unterhalten, ohne dass der Kaiser selbst die enormen Kosten tragen musste. Dieses System war jedoch für die betroffenen Gebiete oft verheerend, da es zu massiven Verwüstungen und Verarmung führte.

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