Warum hat bei Seneca Glück mit Tugend und nicht mit Vergnügen zu tun?

Antwort

Seneca, ein bedeutender römischer Stoiker, vertrat die Ansicht, dass wahres Glück nicht durch äußere Vergnügungen oder materielle Güter erreicht wird, sondern durch die Tugend. Für die Stoiker ist Tugendhaftigkeit der Schlüssel zu einem erfüllten und glücklichen Leben, weil sie innere Ruhe und Zufriedenheit bringt, unabhängig von äußeren Umständen. Vergnügen wird als flüchtig und abhängig von äußeren Faktoren betrachtet, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Tugend hingegen, die durch Weisheit, Mut, Gerechtigkeit und Mäßigung verkörpert wird, ist eine innere Qualität, die man kultivieren und kontrollieren kann. Indem man tugendhaft lebt, erreicht man eine beständige und dauerhafte Form des Glücks, die nicht von äußeren Veränderungen beeinflusst wird. Seneca betonte, dass ein tugendhaftes Leben zu innerer Freiheit und Gelassenheit führt, während die Jagd nach Vergnügen oft zu Abhängigkeit und Unzufriedenheit führt.

Kategorie: Philosophie Tags: Seneca Glück Tugend
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