Definiere die schlechthinnige Abhängigkeit von Friedrich Schleiermacher.

Antwort

Die schlechthinnige Abhängigkeit bei Friedrich Schleiermacher bezieht sich auf seine Auffassung von der Beziehung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft, insbesondere im Kontext von Religion und Glauben. Schleiermacher betont, dass der Einzelne in seiner religiösen Erfahrung und seinem Glauben nicht isoliert ist, sondern in einem ständigen Austausch mit der Gemeinschaft steht. Diese Abhängigkeit ist "schlechthinnig", weil sie nicht nur eine formale oder äußere Beziehung beschreibt, sondern eine tiefgreifende, existenzielle Verbindung, die das individuelle Glaubensleben prägt. In Schleiermachers Denken ist die Gemeinschaft der Gläubigen entscheidend für die Entwicklung und das Verständnis des persönlichen Glaubens. Er sieht die Religion als ein gemeinschaftliches Phänomen, das durch die Interaktion und den Austausch von Erfahrungen und Überzeugungen zwischen den Individuen entsteht. Diese Sichtweise hebt die Bedeutung der sozialen Dimension des Glaubens hervor und stellt die individuelle Erfahrung in den Kontext einer größeren religiösen Gemeinschaft.

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