Ein Marxist würde Eva von Redecker wahrscheinlich nicht von rechts, sondern von links kritisieren: Ihre Kapitalismuskritik trifft oft reale Probleme sehr genau, verschiebt den Schwerpunkt aber vo...
Warum kritisieren Marxisten Erich Fried und Erich Fromm?
Antwort vomMarxisten kritisieren **Erich Fried** und **Erich Fromm** meist aus **unterschiedlichen, aber verwandten Gründen**: ### Erich Fromm Aus marxistischer Sicht wird Fromm oft kritisiert, weil er den Marxismus **psychologisiert und humanisiert**. Hauptpunkte: - Er rückt **Entfremdung, Charakter und Bedürfnisse** stark in den Vordergrund. - Dadurch erscheint der Kapitalismus eher als **Problem des Menschenbilds und der Persönlichkeit** als als Frage von **Klassenverhältnissen und materiellen Strukturen**. - Orthodoxe Marxisten werfen ihm vor, Marx in eine **ethische oder humanistische Lehre** umzudeuten. - Seine Verbindung von Marx und Psychoanalyse gilt manchen als **revisionistisch** oder als Abschwächung des revolutionären Kerns. Kurz: Die Kritik lautet oft, Fromm ersetze **Klassenkampf und politische Ökonomie** durch **Moral und Psychologie**. ### Erich Fried Bei **Erich Fried** kommt die Kritik eher aus seiner Rolle als **politischer Lyriker und moralischer Intellektueller**: - Seine Texte sind stark von **Humanismus, Pazifismus und moralischer Empörung** geprägt. - Marxistische Kritiker sehen darin teils eine **moralische Kapitalismuskritik**, aber keine ausreichend **systematische Analyse** der ökonomischen Verhältnisse. - Seine politische Haltung wirkt aus strenger marxistischer Sicht oft **zu allgemein humanistisch** statt klar **klassenpolitisch**. - Manche halten seine Kritik für **engagiert**, aber theoretisch nicht präzise genug im Sinn des historischen Materialismus. Kurz: Fried wird eher kritisiert, weil seine Gesellschaftskritik als **ethisch-literarisch** statt als **wissenschaftlich-marxistisch** erscheint. ### Gemeinsamer Kern der Kritik Beide werden von strengeren Marxisten oft kritisiert, weil sie: - **Humanismus** stark betonen, - den Konflikt nicht immer primär als **Klassenfrage** fassen, - und dadurch Marx aus dieser Sicht **entpolitisieren** oder **entökonomisieren**. ### Wichtig Das ist **nicht die einzige marxistische Sicht**. Gerade **westliche Marxisten**, **humanistische Marxisten** oder Vertreter der **Frankfurter Schule** bewerten Fromm oft deutlich positiver. Auch Fried wird von linken Lesern häufig gerade wegen seiner klaren politischen Haltung geschätzt. Kurz gesagt: Die marxistische Kritik lautet meist, dass **Fromm zu psychologisch** und **Fried zu moralisch-humanistisch** argumentiere — aus Sicht orthodoxer Marxisten also **zu wenig materialistisch und zu wenig klassenanalytisch**.
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