Welche Einschränkungen setzt die euklidische Geometrie gegenüber der ursprünglichen Geometrie?

Antwort

Die euklidische Geometrie schränkt die ursprüngliche, oft als „elementare“ oder „anschauliche“ Geometrie bezeichnete Betrachtungsweise durch klare Axiome und Regeln ein. Die wichtigsten Verbote bzw. Einschränkungen sind: 1. **Parallelenaxiom**: In der euklidischen Geometrie gilt das Parallelenaxiom (das fünfte Postulat): Zu einer gegebenen Geraden und einem Punkt außerhalb dieser Geraden gibt es genau eine Parallele durch den Punkt. In anderen Geometrien (z. B. hyperbolische oder elliptische Geometrie) gilt das nicht. 2. **Geraden sind unendlich und haben keine Krümmung**: Nur gerade Linien werden als „Geraden“ betrachtet, keine gekrümmten Linien. 3. **Ebene als Grundfläche**: Die euklidische Geometrie beschränkt sich auf ebene Flächen (zweidimensional) oder den dreidimensionalen Raum, während in der ursprünglichen Geometrie auch gekrümmte Flächen betrachtet werden könnten. 4. **Winkel- und Längenmessung**: Es gelten feste Regeln für das Messen von Winkeln und Längen, die auf den euklidischen Axiomen beruhen. 5. **Dreiecks- und Winkelsumme**: In der euklidischen Geometrie ist die Winkelsumme im Dreieck immer 180°. In anderen Geometrien kann sie abweichen. 6. **Keine „unmöglichen“ Figuren**: Figuren, die den euklidischen Axiomen widersprechen (z. B. ein Dreieck mit mehr als 180° Winkelsumme), sind nicht erlaubt. Zusammengefasst: Die euklidische Geometrie schränkt die ursprüngliche Geometrie durch die Einführung von Axiomen und logischen Regeln ein, insbesondere durch das Parallelenaxiom und die Beschränkung auf ebene, gerade Linien und klassische Winkel- und Längenmessung. Dadurch werden viele „freiere“ oder anschauliche Konstruktionen ausgeschlossen, die in anderen (nichteuklidischen) Geometrien möglich sind.

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